Versprechen sie beruhigt hatte, Rom nicht eher zu verlassen,bis die Schuld getilgt worden. Dieses Versprechen hielt erauch pünktlich, sah sich jedoch dadurch zu einem ungebührlichlaugen und peinlichen Aufenthalte genöthigt; denn erst imSommer 1597 war er im Staude, die Summe abzuzahlen,welche er von Verwandten und befreundeten Städten gegenVerpfandungen und Vcrschrcibungcn mannigfacher Art zusam-menzutreiben gewußt. Mittlerweile hatte er von Bouifaziusdas Pallium und eine Bulle an sämmtliche Pfaffhcit des Erz-sriftcs Mainz empfangen, durch welche sie zum Gehorsam un-ter Johanns Befehle nachdrücklich crmahnt wurde.
Allein trotz dieser Bulle erkannte doch nur ein Theil desDomkapitels den Heimgckehrtcn in seiner neuen Würde undleistete die Huldigung. Gottfried von Lciniugcn selbst fandfür gerathen, vom Schauplatz abzutreten, da er gegen desPabstcs Ansehen sich in die Länge zu behaupten nicht hoffenkonnte; er übergab also Johann die bisher geführte Admini-stration des Stiftes. Von der anti-uassau'schcn Parthei setztenjedoch mehrere ihren Widerstand beharrlich fort und verlorendarüber ihre Pfründen. Des Königs Fürwort, welches sienachgesucht, fruchtete nichts, so lange sie nicht den Erzbischofanerkannt "). Als dieses endlich geschehen, wurden alle, bisauf vier, von Johann zu Gnaden ausgenommen.
Der Erzbischof trat gleich in den ersten Tagen nach sei-ner Einweihung mir Kraft und Würde auf. Zur Ausrecht-haltuug des Landfriedens wirkte er thätig mit. Aber balddurchschaute er die tiefen Gebrechen der Reichsvcrwaltung,welche jeden gründlichen und dauerhaften Rechts- und Fric-
ch Albert von Hohenlohe und Nikolaus von Stein hatten ihrInteresse am Prager Hofe verfochten. Die vier von der Am-nestie ausgeschlossenen Kapitularen waren: eben dieser A-vonHohenlohe selbst, Graf Johann von Rheineck, Dittmar vonWalen und Hans von Coleuhausen. Erst später gelang ihnendie Aussöhnung durch Bouifaz's ix. Beistand.