Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
28
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Der Ruf hatte mehrere Glieder seines Klerus groberMißbrauche angeklagt; der Erzbischof untersuchte die Sachenstreng und schuf Recht. In Rotenburg besonders und imhessischen, zur Diözese von Mainz jedoch gehörender Cistcrzicn-scr-Klostcr Heyda sollte der Abt, Gcrlach von Limsfcld, sichmancherlei Auschwcifungcn und Bedrückungen erlaubt haben;der Bczüchtigte walzte jedoch alle Schuld auf den Landgrafenund bestimmte Adolf, Bann und Interdikt über diesen undsein Land auszuschleudern. Hermann nahm seine Zuflucht zudem Pabsic Urban und dieser schritt in der That zu GunstenHessens gebieterisch ein, aber ohne viel auf des Prälaten star-res Gemüth einzuwirken.

Ersprießlicher waren des Kaisers Bemühungen für einenendlichen Frieden zwischen den beiden Parthcicn und ihrenStrcitvcrwaudtcn. Derselbe sollte an den zu Mcrgcnthcimgeschlossenen sich anlehnen. Sehr thatig ließen solches die zuWürzburg versammelten Mittler, Burggraf Friedrich vollNürnberg, Bischof Gerhard von Bambcrg und der Teutsch-Ordcnsmeisier, Siegfried von Vcnuingcn, sich angelegen seyn.Allein sie hatten mit beinahe unübcrstciglichcu Hindernissen zuringen. Die Leidenschaftlichkeit des Hasses ließ nur langsamnach und die brutale Diensibcflissenhcit Konrad Spiegels, wel-cher von Neuem verheerende Züge unternahm und sogar anWiederaufnahme der Belagerung von Kassel sich wagte, unter-brach alle Unterhandlungen. Auch dieser dritte Versuch miß-lang jedoch, da die Bürger so entschlossenen, als gutgclcitctciiWiderstand leisteten. Der Erzbischof überhäufte in einemSchreiben die edle Landgräfin, welche die Ihrigen durch dieMannhaftigkeit ihres Benehmens und die Liebenswürdigkeitihres ganzen Wesens ganz besonders zu begeistern wußte, mibittern Vorwürfen, und klagte ihren Gemahl als Urheber allerüber Hessen gekommenen Leiden an; sich selbst aber stellte erals schuldlos und durch Unrecht zum Streit gezwungen dar").

») November t588.