Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

lind cucr Städte, Schlösser, Länder und Leute Feind seyn wol-len." Rottcnbnrg und Messungen, an der Fulda, wurdendas erste Ziel seines Angriffs; ihre Gegenwehr war umsonst.„Das feindliche Heer — erzählt der schon erwähnte Geschicht-schreiber von Hessen — nachdem es ans der Söhre, aus jenerWaldcckc hervorgetreten, deren Anblick den Genossen unsererAcit herbe Erinnerungen hervorgerufen, setzte über die Fuldaund belagerte Kassel. In dieser Gefahr schien Trennung derBundesgenossen das einzige Rcttungsmittel. Die LandgräfinMargarctha, welche damals das erste Unterpfand ihrer Ehetragen mochte, trat in's feindliche Lager vor Balthasar, dessenGemahlin ihres Stammes war, warf ihm, der ihre Vermäh-lung betrieben, den Widerspruch seiner Handlungen, die Un-dankbarkeit gegen ihren Gemahl, den treuen Bundesgenossenweiland Erzbischofs Ludwig, die Hintansetzung der Erbverbrü-dcrung, die Begier nach Hermanns Tode und seines LandesBesitz mit so viel Beredsamkeit und Uncrschrockcnhcit vor, daßBalthasar, gerührt oder betroffen, sich von seinen Bundesge-nossen trennte."

Adolf, durch diesen Abfall seines tapfersten Freundes zwarsehr betroffen, aber in seinem Hasse ungcschwächt, beschloß denKampf gemeinsam mit dem noch gebliebenen Herzog Ottofortzusetzen. Sein Name war im Hcsscnland und rings inder Umgegend so furchtbar geworden, daß, wie die Chronikuns belehrt, das gemeine Volk überall die Reime sang:

„Bischof Adolf

Der beißet um sich wie ein Wolf."

Herzog Otto und Konrad Spiegel zum Dcsenberg unter-stützten ihn fortan vor allen am kräftigsten mit Rath undThat. Er wandte sein erstes Augenmerk nach des LandgrafenAbzug auf das Städtlcin Gudcnsbcrg; unter seinen Mauernschlug er Lager und bedrängte es sehr, ohne den tapfern Be-fehlshaber Eckbcrt von Griffte ermüden und die dasselbe be-herrschenden Vcrschanzungcn des Odcnbcrgs erstürmen zu kön-