Die Frankenbergcr, durch diese Bedränguiß gewitzigt,nahmen Friedrich von Padbcrg gefangen, und er entging nurdurch schwere Sühne demselben Galgen, an welchen man fünfseiner Knechte schimpflich gehangen hatte.
Der Erzbischof Adolf schöpfte wahrend und nach diesenEreignissen auch aus dem traurigen Schisma, welches dieabendländische Kirche für und für entzweit hielt, wie schonfrüher erzählt worden, mannigfachen Vortheil. Als Anhängerdes Pabstcs Klcmens VII. hatte er Anlaß genommen, dasLand seines Gegners Hermann mit Bann und Interdikt zubelegen und die ihm widerwärtige Geistlichkeit mannigfach undfühlbar zu bedrängen. Später, als er für den GegcupabstUrban sich erklärt und von diesem allerlei Begünstigungen er-halten hatte, wußte er Thüringen und Braunschweig frischwider Hessen aufzureizen und die Erbvcrbrüderuug so viel alsnull in ihren Wirkungen zu machen. Er erneuerte seine Ver-träge mit Otto dem Quaden und vermochte sogar den Land-grafen Balthasar zu einem Bündniß mit ihm selbst, dadurch,daß er bedeutende Lehen in Thüringen demselben zu einemLcibgcdiuge seiner Gemahlin Margarethe verlieh. Hermannsuchte bei dem Kaiser Rath, bei Vraunschwcig Vermittlung:aber das hcranstürmcndc Ungcwittcr konnte nicht mehr abge-wendet werden 'ch.
Der Landgraf erhielt mehr als eine bittere Lehre über dieTrüglichkcit der Verträge und den Wankelmuth derMcnschen-sreundschaft; der Graf Heinrich der Eiserne von Waldeck sielab; der Pfalzgraf Ruprecht, sein Land vor Adolfs Verwüstun-gen zu schonen, schloß einen Einzelfriedcn; die Prälaten vonKöln und Paderborn hielten nur mühsam und unwillig andem auf bestimmte Frist bcschwornen Trutz- und Schutzbünd-niß; Heinrich von Hcnncbcrg, mit dem hessischen Hause naheverwandt, war zwischen Hessen und Mainz unschlüssig und
H 1581 — 1585.