Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
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Die Bürger offenbarten dieß Gefühl durch mehr als einengcwaltthätigcn Akt, uns sie drückten ihre Verachtung gegenJohann und alle Böhmen, besonders einst bei Anlaß der Ge-genwart des Kaisers und seines Hofstaates aus. Es wurdennämlich Böhmen im Thiergarten und in der Pfalz selber er-schlagen ; ja Bewaffnete drangen bis in die Gemächer der Kaiserinund entwendeten ihr einen Theil ihrer Garderobe. Es istüberhaupt merkwürdig zu lesen, wie tief der moralische Kreditdes Lurcmburgischcn Hauses in Tcutschland darnieder lag, undniemals hat der geheiligte Charakter, welchen vier Personendesselben bekleidet, solche Mißhandlungen erlitten, wie wäh-rend der Periode seiner Herrschaft. Nur der erste von ihnen,Heinrich VII., in jeder Beziehung ritterlich und teutsch, machtehievon eine Ausnahme.

Die Hinrichtung einiger Häupter des Aufruhrs trug wenigdazu bei, die Volksstimmung zu verbessern. Die Nassau'schcParthci wirkte laut und im Stillen geschäftig fort, und zogaus den Fehlern des Erzbischofs allen Nutzen für sich. Plötz-lich starb Johann zu Eltvill. Der Faktionshaß bczüchtigtedie Gegner der Lurcmburger, daß sie den Prälaten vergiftet,um Adolf von Nassau auf den Stuhl zu bringen.

Wie dem sey, die Schlösser und Länder des Erzstiftcswurden im Namen dieses Letzteren alsbald besetzt. DerKaiser kam dadurch in nicht geringe Verlegenheit, da der Ab-gang der ersten Churstimmc den Plan, seinen Sohn Wcnzes-law zum römischen Könige wählen zu lassen, ihm vereitelnkonnte; von des Nassauers Gesinnung jedoch hatte er wenigGünstiges für sich zn erwarten.

Er nahm daher abermals zur Hülse des Papstes seineZuflucht, und Gregor XI. ernannte, um ihm gefällig zu seyn,den befreundeten Bischof Ludwig von Bambcrg, aus demHause Thüringen. Sobald dieß geschehen, schrieb der Kaiser(1575) einen Tag nach Reuse aus, um auf dem Königstuhldie Churfürsten zu jener Wahl zu vermögen. Eine Zeit lang