weigerte sich Ludwig, bei dcr Versammlung zu erscheinen, bisdaß die Fürsten zwischen ihm und Adolf entschieden hätten.Allein als Karls Eidam, der Pfalzgraf Ruprecht, bis Oppen-heim ihm entgegen gekommen, gab er seinen dringenden Bittennach und ging mit ihm nach Rcnse. Wenzels Erwählungwurde durchgesetzt und dcr Kaiser trug Ludwig für seine Bereit-willigkeit großen Dank; allein damit waren seine Ansprüche aufdas Erzstift noch nicht gesicherter, denn Adolf rüstete sich mitMacht, das in Besitz genommene zu vertheidigen. Bci Erfurtkam es zu hartnäckigen Gefechten; dcr Kaiser und Ludwighatten mehr als 40,000 Mann zusammengebracht, und bela-gerten die Nassauer über sechs Wochen lang, um die Stadt.Die beiden Markgrafen von Meisten, Balthasar und Fricde-rich, Ludwigs Brüder, waren ebenfalls mit beträchtlichemZuge erschienen und setzten den Erfurtern, welche treu an Adolfhielten, sehr stark zu, sehnsüchtig nach Rache für die ihrenGütern zugefügte Verwüstung.
Während dieser Zeit war Ludwigen auch das ErzstiftMagdeburg zugefallen; allein dcr Reiz des Lebens begann über dieBegierde nach Ruhm zu siegen, und das Lager mit seinenverhaßten Beschäftigungen wurde verlassen, jedoch nicht, umfriedlicheren Arbeiten, sondern um künftig gar keinen obzulie-gen, Es scheint, daß durch des Kaisers Bemühungen eineArt Waffenstillstand geschlossen oöcr auf jeden Fall ferner nichtmehr gestritten worden; wenigstens hielt Ludwig, den Titelals Erzbjschof fortbchauptcnd, von jetzt an zu Pabcbcrg, Adolfaber zu Speycp, seinem bisherigen Bischofssitze, sich auf. Er-furts Noth hatte aufgehört, Adolf selbst kam aber von einerandern Seite in solche; für seinen Kampf war eine beträcht-liche Zahl edler Herren geworben worden, welchen man, insicherer Hoffnung des Siegs, großen Lohn verheißen; diesedrangen nunmehr auf die Bezahlung des Soldes für sich undihr Volk, und als der Bischof ausser Stande sich sah, ihrenForderungen zu genügen, machten sie sich selbst bezahlt, da-