Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
323
Einzelbild herunterladen
 

— 223 —

regulirt ward. Denjenigen Theil dcs Adels, welcher die Un-mittclbarkcit errungen hatte, besteuerte der Kaiser auch unmit-telbar. Der übrige ward von jedem Landcshcrrn zur Erleich-terung seiner anderen Unterthanen mit einem Beitrage zu denRcichsstcucrn belegt. Doch geschah dieses erst, seitdem in derStaats- und Kricgsverfassung große Veränderungen erfolgtwaren, und von den Diensten dcs Adels nicht mehr der ehe-malige Gebrauch gemacht werden konnte. Der Vortheil derRitterschaft war es, die Zahl ihrer Kontribuenten zu ihrerErleichterung möglichst zu vermehren. Die Kaiser konnten esgeschehen lassen. Durch den Abgang, den die Rcichsländcr da-durch erlitten, verminderte sich deren matrikularmäßigcr An-schlag nicht. Je mehr sich dagegen die Rittcrkreise erweiterten,desto stärker konnte man die Ritterschaft besteuern. ... Zuwelcher Zeit der Nassau'schc Adel von seinen auswärtigen Gü-tern in die Mittel-Rheinische Ritter-Truhe zu steuern angefan-gen habe, läßt sich nicht bestimmen. Man bekümmerte sichhierum von Seiten der Landcs-Herrschaft nicht. Im Landeselbst aber ward der Adel im Jahr 1532 zum erstenmale vonHcrrschaftswcgcn mit einem Beitrage zu der ausgeschriebenenTürkcnstcuer belegt. Eben dieses geschah im Jahr 1642. Ausder damaligen Erklärung mehrerer Nassau'schcr Adclichen gehtaber hervor, daß die Ritterschaft bereits Versuche gemachthatte, sie von ihrem Landcshcrrn abzuziehen. Sie erklärtensich zur Erlegung der Steuer unter dem Vorbehalt bereit,daß sie nicht durch die ihnen auch angeforderte Rittcrstcucrdoppelt beschwert würden. Die Rheinische Ritterschaft gingaber unter Kaiserlichem Schutz in ihren Anmaßungen immerweiter. Auf ihre Veranlassung ward wegen der im Jahre 1544vcrwilligtcn Türkcnstcuer, durch Kaiserliche Kommissarien eingemeiner Ritterlag für den Adel von der Saar an, bis indas Collnischc und Bcrgische, in der Wettcrau und auf demWestcrwalde, im Jahre 1547 (auf Sim. Ind.) nach Wormsausgeschrieben. Graf Wilhelm war eben abwesend. Mehrcrc

21 «