Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
324
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dcs Nassnu'schcn Adcls ließen sich verleiten, in dieser Ver-sammlung zn erscheinen, und sogar in die Ritter-Truhe zusteuern. Wilhelm nahm dieses sehr übel auf. Der Adel selbsterkannte seine Ucbcrcilung, und suchte Wilhelms Verwendungum die Zurückzahlung der erlegten Steuer. Die KaiserlichenKommissaricn lehnten diese aber mit Vorschützung eines Kai-serlichen Befehls ab, und schrieben dagegen 1548 eine neueSchätzung aus. Der Nassau'schc Adel machte jetzt selbst Vor-stellungen dawider. Wilhelm protcstirtc gegen diese Bcstcurungmit andern in gleichem Falle befindlichen Standen, besondersmit Sayn, und die Ritterschaft ließ die Sache ruhen. Nurwirkte sie im Jahre 1550 bei dem Kammcrgerichte zu Spcpcreine Ediktal-Citation gegen alle bei der Sache intercssirtcnReichsständc aus, um ihre Kaiserlichen Freihcitsbricfc gegensie geltend zu machen. Graf Wilhelm kam aber nebst andernStanden mit einer nachdrücklichen Protcstation dawider ein,wobei es dann abermals verblieb. So lange Wilhelm lebte,scheint auch die Ritterschaft keine weiteren Versuche gemacht znhaben. Eine neue Rcichsstcucr im Jahre 1557 ließ wenigstensWilhelm auch auf den Landcsadcl ausschlagen, und es findetsich nicht, daß die Ritterschaft widersprochen habe. Für jetztblieben also zwar die Nassau'schcn Adclichcn noch immer inihrer vorigen Landsäßigkcit. Doch war nun einmal der Grundzu dem langwierigen Streite gelegt, der sich darüber zwischenWilhelms Nachfolgern und der Ritterschaft entspann, nach-dem diese den Adel des Landes immer mehr zu gewinnen undin ihr Interesse zu ziehen wußte.

Obgleich den Grafen der unselige Streit über die Katzcn-ellenbogcn'schc Verlasscnschaft eines großen Theils der für dieRegierung dcs Landes kostbaren Zeit und der für dasselbe nochkostbareren persönlichen Anwesenheit beraubte, auch durch dieOpfer, welche er kostete, für manches Gute, so er zu begrün-den gestrebt, die Hände ihm band, so sorgte er doch nach