Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
320
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fallende Weise getrübt wurde. Die Grafenvcrcine hielten stör-rische Vasallen, welche auf Unruhe sannen, gehörig im Zaum;bei entsponncncn Streitigkeiten gaben sie vermittelnden Schied-spruch; die Einung sorgte für genauen Vollzug.

Vor der Seuche der „laufenden Knechte," welche ausMangel an Lebensunterhalt, räuberisch in die Dörfer fielen,bewahrten kräftige Gränzpolizci und schnelles Aufgebot inMasse bei ertönendem Glock'cnschlag. Nur vor der Wuth desFeuers, das zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Or-ten durch schrcckbare Brände das Nassau'schc heimsuchte,konnte alle Sorgfalt nicht hinreichend schirmen. Mordbrennerwaren es bisweilen, welche auf dunkeln Wegen der Bosheitbald am Grafen, bald an dessen Unterthanen Rache suchten.Wilhelm trachtete die geschlagene Wunde durch alle möglicheUnterstützungen zu mildern und zu heilem Vor einer andernGefahr, um deren Abwendung die Kirchengcbcte eifrig zu ste-hen pflegen, vor Hungcrsnoth, damals oft dem Würgengel gan-zer teutscher Länder, bewahrten zu rechter Zeit aufgehäufteGctraidcvorräthe nach reichen Erndtcn und der Ankauf vonähnlichen in der Nachbarschaft. Desto fürchterlicher wüthetehin und wieder die Pest, zumal im Sclbach'schcn, in Her-born und Dillcnburg. Der lebhafte Handel Sicgcns, welchereine Menge von Fremden mannigfacher Art herbeizog, wardie vorzüglichste Quelle des Uebels; Aberglauben und Vorur-thcile, selbst durch die Reformation nicht völlig ausgerottet,vermehrten die Bösartigkeit desselben. Weder die Aerzte vonKöln, welche bci'm gänzlichen Mangel an einheimischen, zurFamilie des Grafen herbeigerufen wurden, noch die Quacksal-ber im Lande, deren die Kranken in der Noth sich bedienten,mochten die erforderliche Hülfe bringen; man nahm daher zuBußübungcn seine Zuflucht, um den göttlichen Zorn zu süh-nen. Das Beste thaten Geduld, Zeit, Nüchternheit.

Die ersten Irrungen, welche im Nassau'schen thcilwciseentstanden, waren durch die Eifersucht veranlaßt, mit welchen