Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
319
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mehrmals mit außerordentlichen Landessicucrn belegt werden;sie trugen solche Last mit willigerem Gemüthe, als die Ge-meinschaft Dictz, wo bei Anlaß der Steuererhebungen dieBeamten Landgraf Philipps und die der Erzbischöfc Richardund Johann auf wenig schonlichc Weise zu verfahren pflegten.Wilhelms milde Gesinnung und rechtlicher Sinn erleichtertendurch die Art und Weise, wie von seiner Seite der Einzug vorsich ging. Ein glänzendes Zeugniß für der Unterthanen treueAnhänglichkeit an ihn und sein Haus liefert der Umstand, daßdie Flammen des furchtbaren Bauernkrieges das Nassau'scheLandvolk nicht ergriffen, wiewohl sie mehrmals drohend vonder Nachbarschaft hcrübcrlocktcn.

Als der Wormscr Reichstag im Jahre 4521 die neueKrcisverfassung ausarbeitete, ward Nassau-Breda dem Bur-gundischcn, Dillenburg dem Niederläudisch-Wcsiphälischcn, undVeilstein dem Churkreise zugetheilt. In den Versammlungendes ersteren und des letzten erhielt das Gcsammthaus eineStimme. Die Verhältnisse zu dem, schon unter Johann V.begründeten „Grafenvcrcin" wurden während Wilhelms Leb-zcit noch genauer geordnet; er selbst stand dem Wcstphälischcnals Bnndeshauptmann vor, doch blieb er auch vom Wctterau-schcn ein thätiges Mitglied. Sein Rath darin galt am mei-sten, sowohl der persönlichen Eigenschaften halber, welche ihnauszeichneten, als wegen des bedeutenden Einflusses am Kai-scrhofe. Beide Vereine schützten mehr als einmal das Landvor Kricgcsgräucln, welche in den bald religiösen, bald poli-tischen Wirren so viele teutsche Provinzen verwüsteten. Beiden meisten Reichstagen während der crcignißrcichcn Regie-rung Karls V. erschien Wilhelm fleißig, in Person. SeineRathschläge darauf galten viel beim Kaiser; mit den meiste»Ständen unterhielt er freundschaftliche Verbindung.

Ein Glück, das nicht genug gewürdigt werden konnte,bewahrte der Graf dem Lande Nassau dadurch, daß der Friedeim Innern niemals, oder doch nur selten und auf wenig auf-