Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
317
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Rechte zum Hohn, ausgedehnt. Solche Handlungen erlaubtensich damals geistliche Fürsten in Tcutschland, welche als Kau-len der Kirche und als Rächer der Ordnung der Dinge glänz-ten. Der Handel wurde endlich vor den Kaiser gebracht undvon einer Kommission untersucht. Trier suchte Zeit zu gewin-nen und die Widerpart durch juristische Schliche zu ermüden,die Vcrgleichsvcrsnchc der rheinischen Mitsürstcn fanden ZcinGehör bei ihm; Trier kannte seine vorthcilhastc Stellung, alserster katholischer Reichssiand, in den damaligen Rcligions wir-ren und es war überzeugt, daß man nicht zum Acußcrstcnschreiten werde. Seine Sache schien so schlecht, daß Johannvon Mors selbst dem Ausspruch des Mannsgcrichtcs, aufwelches Wilhelm von Nassau und Ludwig von Stolbcrg end-lich sich berufen, das doch aus seinen eigenen Vasallen, Un-terthanen und Dienern dastand, nicht recht traute durch aller-lei Einwendungen und Winkclzüge ihn aufzuzogcrn wußte.Zeitgewinn war den Prälaten um so vorthcilhaftcr, als er beidem nahen Ausgaug der Nassau-Beilstcin'schen Linie, mittelsterhobener Ansprüche auf deren Nachlaß, neue Verwicklungenzu bereiten und einen vvrtheilhaftcn Anstrag wegen Dictz-Kö-nigstcin durchzusetzen hoffen konnte. Diese Hoffnung täuschteihn nicht und die Rcchtsnicdrigkcit feierte sehr bald einenneuen Sieg.

Chur-Tricr, dem das erste Unternehmen so gut gelungen,wagte sofort auch auf die Schirmvogtci Arnstein Angriffe undtrachtete das Haus Nassau desselben zu berauben. Mit einzel-nen Gewaltthätigkeiten begann man; sodann kam die religiöseGesinnung Wilhelms zu Hülfe; er ward dem Kloster, alsFeind des Glaubens, geschildert; von der Zeit an wankte diebisher treue Anhänglichkeit; die Mönche bangten für ihre Si-cherheit und warfen sich immer mehr dem Erzstift in dieArme, welches mit lockenden Versprechungen es kirre zu ma-chen wußte. Später entspann sich ein ärgerlicher Prozeß,