Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
311
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— 511. —

daß die Abgeordneten Wilhelms, ohngcachtet er jedesmal vondem Bundesvorstände, Sachsen, die gehörige Einladung erhal-ten, von den Berathungen ausgeschlossen wurden; natürlichweigerte sich dann auch der Gras seinerseits, Verbindlichkeitenzu erfüllen, welche in Folge dieser Berathungen eingegangenworden; so z. B. bei dem berüchtigten Auge gegen HerzogHeinrich von Braunschweig. Spater zog er es vor, bei denSitzungen gar nicht mehr zu erscheinen.

Dieser Entschluß ward ihm zum Heil in jenem »»glück--vollen Jahre 15ä6, wo den Bund ein so hartes Geschicke traf.Seine Lande blieben von der Rache des Siegers verschontund er konnte sogar für manche der Besiegten wohlthatigwirken. Nicht minder günstig ward seine Stellung auch dann,als die Verhältnisse ihn zu nöthigen schienen, wider seineprotestantischen Mitständc die Waffen zu ergreifen. Allerdingsmußte sie Manchen in etwas zweideutig vorkommen; aber erhatte sich nicht mit freiem Willen in dieselbe begeben. DieEreignisse waren damals mächtiger, als die Menschen.

Als in Folge der Bemühungen Karls V. für gütlichenVergleich zwischen den beiden Religionsparthcien das Interim,bis zur Entscheidung des in Tridcnt sich versammelten Con-ziliums, den meisten evangelischen Ständen aufgedrungenwurde, mußte auch Nassau der Nothwendigkeit weichen; erließ es in seinen Landen, öffentlich wie geboten war, verlesen:aber sein Name stand dem Aktenstücke nicht voran. Aufausweichende Weise bescheinigte er dessen Empfang und meldetedem Kaiser, daß er seinem Befehle nachgekommen und vonden Unterthanen zu hoffen sey, sie würden demselben nach-kommen. Der Kaiser enviedertc hierauf: solch allgemeinerAntwort habe er sich zu ihm nicht versehen; sein Schreibengehe nicht bloß die Uuterthane:.:, sondern auch die Fürsten an;er gebiete hicmit wiederholt, daß alles Reden und Schreibenwider das Interim ernstlich untersagt werde, widrigenfalls erzu sirengeren Maasrcgeln seine Zuflucht nehmen müsse.