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tcr jedoch erschien eine zweite, die sogenannte neue Kirchen-ordnung, welche den inzwischen eingerissencn Unordnungenund dem noch immer schlaffen Wesen des Klerus kräftigersteuern sollte. Der Graf übte, wie ihr Inhalt dargiebt, bereitsdas llus vil-os suLl-g, als ein ihm zugehöriges, aus. Die Wahleines Superintendenten und die Ernennung von Sy-noden geHorten zu den ferneren, nothwendig erachtetenMaaßregeln. Erasmus Sarccrius, zu jener Würde er-nannt, spielte fortan eine Hauptrolle und leitete, nach allenSeiten hin thätig, mit energischer Hand und durch salbungs-volle Lehren und Schriften das Nassau'sche Kirchcnwcsen; erstand im innigsten Vertrauen seines Landesherr».
Die Theilnahme Wilhelms am schmalkaldischcn Bundeist schon oben erwähnt worden und eben so der harte Standdes Nassau'schcn Hauses zwischen seinem politischen Interesseund seiner religiösen Ueberzeugung. Seine sonstigen Verdienstesprachen für ihn bei dem Hofe, so daß er auch trotz des Ver-hältnisses von Halbfeiudseligkcit, in welches er sich, der Re-formation halber, begeben hatte, fortwährend noch Auszeich-nung und Vertrauen genoß. Die Königin Maria wechselteoft noch Briefe mir ihm und übertrug ihm wichtige Gesandt-schaften ; anderseits leistete er auch den Evangelischen auf sol-chen vorzügliche Dienste. Beide Partheicn schlugen seinen Ver-stand, seine Talente, seinen edlen Charakter, seine reinen Grund-sätze hoch an.
Die Reise, welche er im Gefolge des Churfürsten JohannFricdcrich während des Jahres 15ZS nach Wien, an den HofKönig Ferdinands, unternommen, brachte seinen Entschluß we-gen des förmlichen Beitritts zu dem schmalkaldischcn Bundeendlich zur Reife. Die Aufnahme in denselben ging alsbaldnach der Rückkehr vor sich, nicht ohne heftigen Widerspruchvon Seite des Landgrafen von Hessen, der seinen Privathaßin den öffentlichen Angelegenheiten seiner Parthei übertrug.Dem Einflüsse dieses Fürsten war es daher auch zuzuschreiben.