Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
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Aber auch hierauf berichtete der Graf nur in allgemeinenAusdrücken und er suchte dem Kaiser aus einander zu setzen,wie das Interim im Nassau'schcn Kirchenwcscn durchaus keinebedeutenden Veränderungen bewirkt haben würde, wenn nichtdie Erzbischöffe von Maynz und Trier sich desselben, als einesMittels zu Wiederherstellung ihres verlorenen Ansehens bedienthätten.

Die Umtriebe der beiden Prälaten erfreuten sich wirklicheines günstigen Erfolges; Verwirrung und Streit entstand inden Gemeinden. Die evangelischen Priester weigerten sich, dasInterim anzuerkennen und legten lieber ihre Stellen nieder;es fehlte an tüchtigen Individuen, als Nachfolgern; Trier be-mächtigte sich verschiedener alter Rechte wieder; der Graf sahsich gezwungen, auf die Gerichtsbarkeit oiroa sacrn zu ver-zichten und die frühere Präscntationswcisc wieder anzunehmen.Ja der Kardinal Granvclla ging noch weiter und stellte so-gar bei Wilhelm Bclchrungsvcrsnchc an, welche jedoch miß-langen. Vor gänzlichem Rückfall seines Landes zum Papiö-mus retteten blos der Passauer Vertrag und der AugsburgcrRcligionsfricdcn.

Die alten Namen erschienen demnach neu auf demSchauplatze. Sarccrius, Wagner, Schncpf, Bcrnhardi orga-nisirtcn das Kirchcnwescn auf den Fuß vor der Einführung desInterims im Dillenburgischcn und Sicgcn'schcn. Emö folgtebald nach; auch im Hadamar'fchcn und Bcilstein'schcn zeigtesich nach und nach größere Neigung für die Sache des Pro-testantismus. Der Katzencllcnbogcn'schc Streit und die Ver-schiedenheit des Lutherischen und des Zwingli'schcn Systems,welch letzterem der Landgraf von Hessen anhing, schadeten demgemeinsamen Interesse viel; sonst wäre auch im Dictzischc»und in andern Gemeinschaften die Kirchcnresorm eifriger be-trieben worden. Wilhelm und seine Nachfolger blieben demreinen Luthcranismus mit beharrlicher Treue zugethan; dieParität jedoch durchkreuzte manche wohlthätige Maaßregel