Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
307
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der den kühnen Mönch, sowohl aus Herzensgrund, als in seinerStellung zu "-dem Kaiser, ungcmcin haßte, dampfte die aufkei-mende Begeisterung wieder, und auf den Fcldzügen von 1521und 1522 schien sie völlig wieder gestorben. Nichtsdestowenigerergriff der Zeitgeist den Grafen neuerdings und zwar mitverstärkter Gewalt; Heinrich warnte mehr als einmal inBriefen seinen Bruder nachdrücklich vor dem süßeinschleichcn-den Gifte der Ketzerei. Ein Besuch Herzog Johann Fried-rich's von Sachsen bei Wilhelm zu Dillcnburg wahrend desFrühjahrs 1526 ließ bedeutende Eindrücke bei ihm zurück; so-wohl in mündlichem Gespräche, als durch die Uebersendungvon Luthers Schriften, welche jener von Torgan aus ihmverschaffte, gewann ihn der Fürst dem neuen Glauben. Aberdie Klugheit gebot zur Zeit noch Verstellung; der Graf konntenoch kein öffentliches Bekenntniß wage»; der Einfluß seinesBruders, das Verhaltnist der Familie Nassau zum Kaiser,und der Katzencllcnbogcn'fchc Streit standen hemmend imWege; überdies? war die Aufklärung im Lande selbst nochnicht so weit vorgeschritten, daß die Gemüther der Mehrzahlauf einen solchen Schritt vorbereitet gefunden werden konnten.Demnach beschränkte er sich auf langsame Ausbreitung derLutherischen Lehre und auf allmählige Reform im Stillen.Die Mönche des Klosters Thorn gingen von freien Stückenmit gutem Beispiele voran; die Gemeinschaften von Altcn-Weilnau und Wchrhcim folgten; nur Philipps von Nassan-Jdstciu kräftiger Widerspruch verhinderte noch zur Zeit, daßnicht auch die Gemeinschaften in Nassakl und im Vierhcrri-schcn dasselbe thaten.

Nach dem Jahre 15Z1 trat die Reformation mit beherz-terem Angeflehte auf; Hessen reichte kräftig die Hand und sosetzten auch Nassau-Wcilburg und Nassau-Dillcnburg die Re-formen in die Vorherrschaft durch; Jdsiein behauptete fortanbloß das Recht der Parität beider Religionsgcnoffen.

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