Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
229
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Margucrite von Chalons, zu. Lcbcnsübcrdrüssig durch dieProzesse, welche er deßhalb zu führen hatte, warf er sich ganzin den blutigen Krieg Herzog Karls des Kühnen mit Lüttich.Bei dem Stürmen der Vorstädte wurde er mit vielen seinerLeute schwer verwundet, aber durch den Untergang dieser trotzi-gen Stadt gerächt. Sobald er geheilt war, suchte er in sei-nem augccrbtcn Fürsienthumc Ruhe nach heißen Strapatzcn;aber die Umtriebe seines Bruders Hugo, und des Bastardenvon Orange, Jacques, trübten sie ihm neu auf das bitterste.

Trotz dieser Mißverhältnisse trachtete er mit redlichemEifer, so gut cr's vermochte, für das Beste seiner Unterthanenzu sorgen. Die Einsetzung eines eigenen Parlamentes, denje-nigen von Paris, Burgund und der Dauphinä nachgeahmt,bleibt eine unverwüstliche Urkunde hicfür und ein ruhmvollesDenkmal, welches den Kriegsruhm aller seiner Vorfahren weitüberragt. Gleichwohl verfolgte ihn das Unglück fort und fort.Seine Unparthcisamkcit in den mörderischen Zwisten Frank-reichs und Burgunds zog ihm den Haß beider zu; seine Brü-der wappneten sich frisch wider ihn; seine Unterthanen, denener nur Gutes zugefügt, empörten sich. Entrüstet über solcheSchlechtigkeit der Menschen, gedachte er in den Staaten desHerzogs Karl friedlich sein Leben zu beschließen. Der Herzoghatte ihm hiczu Verwilligung ertheilt; aber mitten auf demWege überfielen ihn Scndlingc Königs Ludwig XI. und führ-ten ihn gefangen mit sich fort. Ludwig, welchem er längstein Dorn in den Augen war, legte ihm allerlei feindseligePläne wider die Krone Frankreichs zur Last, erklärte ihn einst-weilen, nachdem er weder durch Drohungen, noch durch Miß-handlungen der Diener des Prinzen etwas herausgebracht, alsgute Prise, und ließ ihn in dem großen Thurme zu Tourswohl verwahren. Die Losesummc, in der sichern Hoffnung,daß sie nicht werde aufgebracht werden können, betrug nichtweniger als ä0,000 Thaler.

Guillaumc, auf's Aeußerstc getrieben und für seine Bc-