zog, bewirthete ihn der Prinz von Oranicn prachtvoll in sei-ner Stadt. Jener gedachte es ihm wollwollcnd, als er, vonden Vätern mehrfach aufgefordert, mit Vollmachten des Dom-kapitels von Orange in genannter Stadt persönlich erschien.Als der Bürgerkrieg in Frankreich und zwischen den großenVasallen dieser Krone mit erneuerter Wuth ausbrach, bckleidcte er, zumal in Anbetracht der Untauglichkcit des Grafenvon Armagnac, die Stelle eines Gubcrnators und Administra-tors von Burgund. Als solcher sorgte er bestens für dasLand und kämpfte zugleich ritterlich, sowohl angriffs- als ver-thcidigungswcise. Verschiedene feste Plätze fielen in seine Ge-walt. Der Dauphin, auf's äußerste wider ihn erbittert, schwurdem Fürstenthum Oranien den Untergang. Die Bürger je-doch blieben auf ihrer Hut, und die Freundschaft des Erzbi-schofs von Rhcims schützte ebenfalls vor der Verwirklichungsolcher Drohungen.
Noch mehr gcrieth Orange in Gefahr, als nach dergleich hinterlistigen Ermordung Johanns des Unerschrockenenans der Brücke bei Montcrcau die beiden Partheien in Frank-reich sich grimmiger als je einander gegenüber standen, undder Prinz dem rächcrischcn Banniere Philipps des Gutenfolgte. Mit einer Belagerung bedroht, retteten sich die Bür-ger nur durch Entschlossenheit und Klugheit. Ludwig unter-stützte den Herzog und dessen Mutter in allen billigen Din-gen; doch zeigte er gegen den ciugedrungcnen Konig in Frank-reich, Heinrich Lancastcr von England, Gleichgültigkeit undAbneigung, desto größere Rüstigkeit und Begeisterung jedochbeim Fricdcnswcrkc zwischen dem Dauphin und Philipp.Sein Herz war ganz französisch und sah mit Schmerz dieWunden, welche dem gemeinsamen Vaterlande von desseneigenen Söhnen geschlagen wurden.
Als Philipp der Gute mit Jacquelinen und Glocestcr inKampf gcrieth, und die schöne Fürstin sich ihren Feinden indie Hände liefern mußte, war es Oranicn, welcher gemeinsam
III. 15