nahmen, wo Gelegenheit sich darbot, und in allen ihren Kriogen eine, durch Versöhnung fremder Nationalitäten noch ver-stärkte Grausamkeit gar zu häufig vorherrschte. Auch sind alledie von Feindes Händen verübte Kriegsgränel ein Kinderspielgegen dasjenige, was bald darauf bei ihnen selbst, währendder Rcligionswirren und der ligisiischcu Kämpfe sich begeben.
Die großen Kosten, mit denen der so eben beendigteFcldzug verbunden gewesen war, wurden von Niemandenschwerer, als vom Grafen Heinrich selbst, empfunden, zu dem,daß er vor allen andern die Mühen des Tages getragen. Ermußte sie vorläufig aus eigenen Mitteln bestreiken, da i» desKaisers Kassen damals Ebbe herrschte, und weil seine Kräftehiezu nicht hinreichten, sogar zu Anleihen seine Zuflucht neh-men, deren Betrag erst später ihm, oder vielmehr seinem SohneRenatus, wicdcrersetzt wurde 'ch.
Nach der Rückkehr aus Frankreich belud der Graf sichferner nicht mehr mit kriegerischen Geschäften, und auch vonStaatShandcln ruhctc er allmählig aus. Nur einmal nocherscheint er auf dem Schauplatz, und zwar als Vermittler,thatig; er söhnte nämlich König Christiern und die Holländer,zwischen welchen wegen Pfalzgraf Friedrich Streit sich erhobenhatte, mit einander aus Bald darauf starb er in seinerResidenz zu Breda, welches er in den letzten Tagen seinesLebens wieder fleißiger besuchte, und welche seiner besondernGroßmuth bei jedem Anlasse sich erfreute, am tä. September15Z8. Er hinterließ einen einzigen Sohn, Renatus, dessenGlück und Große er hauptsächlich durch seine zweite Vermah-lung mit Claudia von Chalons begründet hatte. In Folgecrbrcchtlichcn Titels kam nämlich das reiche Besitzthum jenesHauses, nach dem Tode Philiberts, des letzten Sprossen, anden jungen Nassau. Von diesem Bcsitzthumc selbst wird als Ein-
ch Arnoldi's Nachträge.Häbcrlin 705.