lange nach seiner Rückkehr in die Niederlande von Karl'neinen neuen Beweis seiner Huld durch die Ernennung zumObcrjägcrmcistcr von Brabant, damals eine bedeutende Hof-Charge, welche zugleich viel Geld eintrug.
Die italienischen Angelegenheiten und die Türkcunoth hat-ten vor- und nachher unseren Heinrich lebhaft beschäftigt undsein Unterhändler-Talent in Anspruch genommen; ganz beson-ders aber war dieß bei den vielen Verwicklungen mir Frank-reich der Fall.
Daß der Graf in Religionssachcn duldsam war, bewiesdie noch während der Rüchrcise aus Italien zu Ende des Jah-res 1530 übernommene Vermittler-Rolle zu Gunsten desChurfürsten von Sachsen und der Evangelischen. Noch inJnspruck war der Hofmarschall von Dolzig zu ihm und zuWilhelm von Nuenaar gekommen und hatte zu denselben imNamen seines Herrn ihn aufgefordert. Vorzüglich handelte essich um die Belehnung und um das Verbot gegen die öffent-lichen Predigten in den Ländern des protestantischen Fürsten.Heinrich wendete es zu letzter Zeit noch ab, suchte aber, als erin Augsburg eingetroffen, den Churfürsten von Sachsen zufreiwilliger Abstellung dieses Mißbrauchcs, ja, wenn es andersmöglich wäre, selbst zum Rücktritt in den Schooß der katholi-schen Kirche zu vermögen. Seine Beredsamkeit scheiterte jedochan der Unerschüttcrlichkeit der Begeisterung Johann Friedrichsfür den neuen Glauben.
Heinrich wohnte sofort dem Reichstage selber bei, aufwelchem die Augsbnrgischc Konfession übergeben wurde. Ererhielt vom Kaiser das lateinische Original der berühmten Ur-kunde zum Geschenk. Nachmals ist dasselbe nach Breda ge-
rich a.-t, Dillenburg tr. Nov. 4551 und 15. Dez. tgzz. Solange wahrere die Hoffnung des Kaifers, daß der Graf dennochin seinen Wunsch eingehen werde.