Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
193
Einzelbild herunterladen
 

neuer Arbeit nach Brüssel. Während dieser letzten Periodehatte sein Bruder Wilhelm, vermuthlich durch Heinrichs Ver-wendung, die Stelle eines Statthalters von Lurcmburg beklei-det; nun aber wünschte der Kaiser, daß er das Statthalter-Amt im Hcrzogthnmc Würtcmbcrg annehme und ließ durchHeinrich sowohl, als Dietrich Späth, mit ihm über die Sacheunterhandeln. Dieser Posten gehörte damals zu den gesuch-testen und einträglichsten und einer der Vorgänger darauf,Herr Jörg Truchseß, hatte Wilhelm einigermaßen Lust dazugemacht. Allein Heinrich redete ihm, wie sehr er auchEhre und Vortheil dabei zu schätzen wußte, aus triftigenUrsachen, namentlich aber wegen seiner bedenklichen Stellungzu Landgraf Philipp von Hessen, von welchem Wilhelm wegendes Katzenellenbogischen Erbsircites noch immer feindliche Ucbcr-züge zu befürchten hatte, den Plan aus. Sehr richtig setzteder Graf seinem Bruder auseinander, wie entweder des Kai-sers oder seine eigenen Interessen darunter leiden würden,wenn der Statthalter von Würtcmbcrg in den Fall käme,entweder Amt oder Land bei einem solchen Angriff im Stichezu lassen. Uebcrdicß erregten ihm die Rcligionshändcl und derverwahrloste Zustand des Herzogrhumes Bedenken. Natür-lich kam außer den bisher angeführten Gründen auch nochein etwas eigennütziger hinzu. Wenn Wilhelm zum Schutzeseiner Lande zurückblicb, so deckte er auch zugleich den Antheilseines Bruders Heinrich, und als Statthalter von Lurcm-burg war er zugleich den niederländischen Besitzungen des-selben näher und konnte bei drohenden Ereignissen schnellerzu ihrer Bcschütznng herbeieilen. Wilhelm anerkannte ganz dasRichtige jener Vorstellungen und lehnte die ihm zugedachteStelle auf schonliche Weise ab '"I. Heinrich selbst erhielt nicht

H Ueber diese Angelegenheit handeln die Briefe Heinrichs anWilhelm <!.<!. Brüssel rz. Okt- tSZi und Wilhelms an Hein-"I. 13