Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
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dieser ihm sein neues Hcirathsprojekt mit einer Tochter Jo-hann Friedrichs von Sachsen, mittheilte. Noch ahnete er nicht,was jener im Schilde führte und er hielt ihn noch treu demKatholizismus ") ergeben, wahrend er bereits, vom Churfür-sten, seinem Freunde, bekehrt und in Luthers Lehre eingeweiht,insgeheim die Religion in seinen Landen begünstigte. ZweierleiGlauben in einem Hause sah er für unpassend und bedenklichan. Verschiedene andere Heirathscntwürfc, wie mit einer Prin-zessin von Würtcmbcrg und einer mit Lothringen, wurden vonHeinrich ebenfalls kritisch beleuchtet. Bei der einen nahm erauf die Verhältnisse des Vaters, bei der andern auf die Be-schaffenheit der Person Rücksicht. Wilhelm sollte wohl zusehen,daß der keine neue Gemahlin sich wähle, die nicht schön, ge-fällig, reich, dabei aber einigermaßen haushälterisch sey. Ei-gene Erfahrungen mit seiner geliebten Mcnzia von Zcncttc,schienen ihm bei dieser brüderlichen Warnung vor Augen ge-schwebt zu seyn

Noch zu Ende des Jahres 1550 kehrte der Graf nachTcutschland und den Niederlanden zurück. Eine Zeitlangrastete er zu Breda; darauf riefen ihn die Sraatsgcschäfte zu

->) „Dem alten christlichen, löblichen Glauben."

«') „Aber den (Plan) mit Lothringen liest ich mir nit übel gefallenso fern dast man die person gesehen hett vnd die gesellig wäre;auch das die ein gut Hairathgut mitbrächte; ward was sie ainemdickmals zubrengen, das vertzercn sie auch wol. Vnd hat E. L-in demselben mit Lothringen daneben zu vernemen, ob die Per-son nit hobennichtig (vielleicht einhnftigH) sey, als man mirdas hinzuvor, das sie sein sulle, hadt angezaigt. In welchemFalle, wo es also were, wan sie gleich eine große Zugifft mit-brachte, mir solcher Hairat doch auch zuwider were; und dasallein darumb, das ich vmb etwas desto mehren Gelts willen,das mir mit ir werden möcht, nit gern eine mißstendige vndgebrechliche person haben vnd kinder vberkommen welt." Briefaus Piacenza, Okt. izzg. Wilhelm befolgte des BrudersRath, heirathete etwas später und glücklich.