Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
191
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schcn Günstlinge des Kaisers waren den Eingebornen nichtminder verhaßt, als die spanischen Feldherren und Räthe denTeutschen und den Niederländern. Nassau hatte vielleicht beimehr als einem Anlaß sein inneres Gefühl allzu wenig zubergen gewußt. Schon daß er mit einem Antheil der Beutevon wegen politischen Verbrechen Hingerichteten Edlen sichhatte beschenken lassen, und als Marquis von Zenette mit un-ter den stolzen Granden zu prangen sich unterfing, konnteschwerlich die Volksgunst ihm zuwenden. Es fehlte daher we-der an Intriguen, noch an Neckereien verschiedener Art. DieEigenthümlichkeit der Nassauer hatte erst durch die hohe Kunstdes Schweigenden jene glückliche Biegsamkeit erhalten, welchedie Wünsche, Pläne und Leidenschaften zu verstecken und dieHerzen der Menschen, bei aller Beherrschung und Verwen-dung derselben, zu erringen wußte.

Im September 1S29 finden wir den Grafen mit demKaiser zu Piaccnza Er verschaffte hier, trotz seiner stand-haften Anhänglichkeit an den alten Glauben, dem berühmtenAlexander Schweiß, welcher an der Spitze einer Gesandtschaftevangelischer Reichsstände und mit Empfehlungsbriefen anihn versehen, nach jener Stadt gereist war, durch seine Ver-wendung bei Karl'n eine Audienz. Später erwirkte er auch,dieser Gesandtschaft, welche durch Ucbergabe einer Verwahrunggegen die Beschlüsse des Speycrcr Reichstages sich die Un-gnade des Kaisers in hohem Grade zugezogen hatte, ihre Frei-heit; denn bekannter Dinge wurde sie in Haft gelegt ^).Ueber die Verbindungen seines Bruders Wilhelm mit prote-stantischen Fürsten schien Heinrich sehr bekümmert, zumal als

*) Von Barcellona aus hatte er den Churfürsten von Köln, denHerzog von Jülich und den Grafen von Wicd, seinen Schwa-ger, um ein paar tüchtige Hengste für den Krieg angegangen,welche weder in Spanien noch in Italien, selbst um theuresGeld, aufzutrciben seyen.

") äe Ltülu kelix, VII. Häberlin: Xt.