Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
184
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12,000 Schweizer und 800 Schwerbewaffnete, drei Stundenvon Sickingcns Lager, ihre Nachtherbcrgc bezogen haben. Mor-gen mir dem Frühesten werden sie diesen letztem angreifen,und er ist ohne Rettung verloren. Ich selbst werde an derSpitze der ganzen Besatzung auf die Vcrschanzungcn des Gra-fen von Nassau ciucn Angriff unternehmen; wünscht er daher,einer Schlappe zu entkommen, so vollende er ohne Säumendas angefangene Werk."

Der Landmann schlich, wie ihm befohlen war, mit halb-versteckter Aengsilichkeit, auf eine Art, die Jedermann auffallenmußte, durch Sickingens Lager. Da hielten plötzlich ihn dieWachen an, und führten ihn vor den Feldherrn. Mit derFolter bedroht, schien er endlich zu reuigem Gcständniß willig,und übergab den versteckten Brief.

Franz crschrack beim Durchlesen desselben ob der ver-meintlichen großen Gefahr und entsetzte sich ob solch schwarzerVcrrätherci, die seinem bereits erbitterten Gemüthe nur zusehr gegründet vorkam. Bifoulqncts Niederlage, die An-näherung der Schweizer, des französischen Heeres Eilmarsch,(wovon man unzweifelhafte Kunde erhalten), endlich dieunerklärliche Hartnäckigkeit der Besatzung von Mcziercs —dieß alles bestärkte ihn unwiderstehlich in dem Wahn, GrafHcinri ch habe wirklich seinen Untergang beschlossen, und er,Sickingen, würde, falls er auf seinem jetzigen Posten verbliebe,zwischen zwei Feuer gerathen. Darum beschloß er alsbald überdie Maas zurückzugehen, und in der Nähe des Grafen sich auf-zustellen, um sein ferneres Benehmen scharf zu beobachten.

Nassau, durch diese planwidrige Bewegung überrascht,schickte sogleich einen Trompeter ab, um die Ursache hiervonzu erfahren. Allein Sickingen ließ ihm zornentbrannt bedeu-ten : „der Graf von Nassau ist noch nicht da, wo er sich wohldenkt; das Vergnügen, mich mit meinem ganzen Heere vernich-tet zu sehen, mag er zur Zeit entbehren. Sein Verrätherstreichjedoch soll ihm theuer zu stehen kommen,"