Auszeichnung, welche Heinrich von ihm erhielt, war gleich auchdie höchste, daö goldene Vließ. Seiner Sorge wurde ganzbesonders der jnnge Karl empfohlen, und es nahm Nassaugroßen Antheil an der Erziehung desselben ").
Mit der Prinzessin Margarethe stand er ans freundlichemFuße; sie gebrauchte seiner Dienste bei mehr als einer Gele-genheit .und schenkte ihm großes Vertrauen, namentlich beiGegenständen, welche das Heerwesen im Niederlande betrafen.Hierin offenbarte Heinrich frühe Meisterschaft. Ein klarerVerstand , ein scharfes Urtheil und feste Willenskraft warenin allen seinen Verrichtungen sichtbar; nach manchen Andeu-tungen und nach glaubwürdigen Berichten war er mehr sireng,als mild. Bisweilen zeigte er selbst Härte, besonders gegenübermüthige Vasallen, die sich empört und gcgcw hartnäckigeFeinde, welche die Treue gebrochen. Seine günstige Stellungverlockte ihn zu keiner der gewöhnlichen Verirrungen, denenGünstlinge so leicht sich überlassen; aber ein etwas hochfah-rendes Wesen wollte man doch hie und da an ihm bemerkthaben. In der Berührung mit Spaniern, mit dem kasiili-schen Stolze, ward es vielleicht zur Nothwendigkeit.
Karl setzte die Gesinnungen des Vaters gegen Nassaufort, selbst in vermehrtem Grade. Der erste Beweis'hicvonwar die Gesandschaft nach Paris, welche er im Jahre 151Sihm übertrug. Wegen Flandern und Artois bestanden immer»och Irrungen zwischen ihm und Franz I. Ebenso stritt mansich auch über mehrere andere Punkte von untergeordneterBedeutung. Die Hand der Prinzessin Rene, Tochter Lud-wigs III. und Schwester der Gemahlin Königs Franz I. solltevollkommene Versöhnung bewirken. Heinrich erschien als Braut-werber und leistete zugleich den lange verweigerten LcheuSeid;darauf unterhandelte er den Frieden zwischen dem Pabstc,dem Kaiser und den Königen von Frankreich, Arragon, Eng-