Sluys ununterbrochen sich fortsetzten, sondern auch durch ihreNachbarn, die Gcntcr, welche aus alten Bundesgenossen nun-mehr offenbare Gegner geworden. Freunde und Feinde drück-ten sie, und Gefechte, Strcifcrcien, Mordthaten und Plünderun-gen waren somit von drei Seiten her an der Tagesordnung
Unter diesen traurigen Scenen, welche das Kriegshand-werk und politische Leidenschaft hintereinander aufgeführt, botdie erste Versammlung der Ritter des Vlicsses, welche derjunge Herzog bald hierauf zu Mechcln hielt, ein angenehmeresSchauspiel dar. Auch Engclbrccht wohnte ihr bei; es wurdenmehrere neue Mitglieder bei diesem Anlaß aufgenommenEs muß hier auch nachgetragen werden, daß der Graf, rit-terlichen Festen von alter Zeit her sehr hold, mitten unter denWirren mit Brügge im verflossenen Jahre (um Ostern) zuBrüssel ein glänzendes Tournicr gegeben hatte, welchem eineMenge der vornehmsten Edlen beiwohnten. Leider waren dieFreuden des Tages auf tragische Weise durch einen furchtbarenBrand gestört worden, welcher auf dem Fischmarkte entstand,und längs dem Habcrmarkt, dem Haagdykschen Thore zu,eine Reihe von 170 Wohnungen verzehrte
In Gent herrschte mittlerweile Unwesen aller Art, unddie überspannte Partei, von Eleve krä'tig unterstützt, hattegewonnenes Spiel. Engclbrccht versuchte auf jede Art hineinzu kommen, um die Anarchie zu enden; allein die von Sluysauf der einen, die von Gent auf der andern Seite nahmenihn mit so mörderischem Ungestüm in die Mitte, daß er denGedanken für dießmal noch ausgeben mußte. Sein Kriegsvvlk,meist nach Beute gieriger, denn nach Ruhm, fügte Brüggefast größcrn Schaden zu, als den Feinden; es veranlaßte eine
°') vaa Vl-icuNeren, L. VI. p> t21 sg.
*5) Hi.it. vell. anr.
***) 600,Lesekrevv. van Lreäa, 8. 31 — 32»