Als diese Botschaft an dic Gemeinde gekommen, regtesich in ihr das ehrenvolle Gefühl der Abneigung, einen Freundgeradezu aufzugeben, welcher zcithcr so treulich an ihr gehaltenhatte. Man versuchte daher noch einmal, eine solche Richtungzu erwirken, von der auch Cleve nicht ausgeschlossen wäre.Aber unter den Thoren von Damme ward ihnen der traurigeBescheid: so lange die Bürger mit Philipp in Verbindung,könne mit ihnen gar nicht mehr unterhandelt werden.
Auch dicßmal ward der Brügger Entschluß nicht erschüt-tert, tliid ihr Benehmen war so ehrenhaft, daß Herr Philippselbst, von der großen Noth seiner Bundesgenossen benachrich-tigt, ihnen von jctztan frei stellte, ohne ihn Frieden zu schlie-ßen. Eine neue zahlreiche Botschaft ging daher an den Gra-fen. Vor diesem that sie einen Fußfall und bat demüthig umGnade. Strenge sie anblickend, rief Engelbrccht ihnen zu:„Sie seyen zwar alle Verbrecher, durch meineidigen Bruch desVertrags von Tours, und hätten Leib und Gut verwirkt;nichts desto weniger sey er bereit, im Namen des römischenKönigs Gnade ihnen wicdcrfahrcn zu lassen auf dieselben Be-dingungen, dic er schon früher an Philipp von Eleve gestellt!"
Dieser Bescheid mißfiel den Brüggcrn sehr; sie suchtenden Vorwurf der Vcrtragbrüchigkeit von sich abzuwälzen underboten sich, das Parlament von Paris als Schiedsrichterdarüber anzuerkennen. Solche Berufung auf die Behörde einerfremden Macht war jedoch nicht von der Art, daß sie aufeine so stolze Seele, wie dic Nassau's, anders als nachrheiligwirken konnte. Er befahl den Abgeordneten geradezu, welchesie überbracht, stehenden Fußes umzukehren. Zwar blieben vierder vornehmsten Bürger, welchen er am wenigsten Gram seynmochte, bei ihm zurück, in der Hoffnung, seinen harten Sinndoch noch zu erweichen, aber vergebens. Engelbrccht erklärte,auch nicht ein Jota von seinen Worten zurückzunehmen.
Hierauf hatten dic Feindseligkeiten frischen Fortgang. DerGraf versuchte durch einen kräftigen Angriff, den er der Spitze
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