auf Pfähle gesteckten Häupter verkündigten von Damm herschauerlich ihren Mitbürgern, welch ein Schicksal auch ihnen beifernerem Ungehorsam drohe. Darauf suchte Nassau mit Clcvebesonders zu unterhandeln und eine Ucbcrcinkunft zu Standezu bringen. Allein Herr Philipp weigerte sich dessen, so langedie getreuen Bundesgenossen nicht mit eingeschlossen würden.-An diese selbst ergingen zwar nunmehr Anträge von Seite desGrafen. Allein die Bedingungen wegen der Münzändcrungund der Ablieferung einer Summe von 300,000 Kronen anihn, wurden allzustark erfunden, als daß man in dieselben ein-gehen konnte; die Stadt überließ sich somit neuerdings demEntschluß äußerster Gegenwehr; sie durchstach abermals einenDamm bei dem Coolkerkischcn Thore; und da auch die zuSluys in der Gegend von Houck des Gleiche gethan halten,so erhielt man eine offene Fahrt, auf welcher man wechselseitigsich berathen, unterstützen und mit Lebensrnitteln versehenkonnte.
Aber es währte dieser Trost für Brügge nur kurze Zeit;denn Engclbrccht sandte eine Abtheilung Kricgsvolk aus, wel-che sowohl den Damm wieder zustopfte, als auch die St. An-nen-Kirche besetzte und eine so feste Stellung daraus machte,daß alle Verbindung zwischen beiden Städten abgeschnittenward. Dieser Umstand versetzte die Brüggcr in unbeschreib-liche Noth, da der Mangel an Lcbensmittcl immer großerward, und alle Versuche, ihm zu steuern, unglücklich abliefen.
Die Ueberzeugung von der völligen Nutzlosigkeit fernerenWiderstandes ward um so vorherrschender bc: ihnen, als dieFreileute abgefallen, und die Gcntcr säumig mit ihrer Hülfewaren. So gingen denn, in Folge allgemeinen Beschlusses,abermals Bevollmächtigte von Rang in Engelbrcchts Lager.Der Graf erklärte zu einem Friede» mit Brügge sich nichtungencigt, aber Philipp von Eleve sollte keineswegs dareinbegriffen seyn. Ihn wollte er mit keiner Sylbe auch nur ge-nannt wissen.