jener Fabel, welche, nachdem man des Rüden sie beraubt,dem Feinde wehrlos zur Beute hcimgefallcn. Mehr Eindruckmachte auf die Bürger die Nachricht, daß die Frei leute(Vrylaetcn) 'H, um bei dem Herzoge sich beliebt zu machen,rings im Lande die neue Münzordnung hatten verkündigenlassen, und daß Jener bei Oudcnburg ein großes Lager zu-sammenziehe. Bereits war aus demselben eine Bande Kriegs-volk an der Zahl von 600 Mann bis an das Schmidtthorgestreift. Dieser Umstand erforderte stärkere Gcgcnrüsiung inaller Eile. Man beschloß demnach die Anwerbung von 900Mann zum Dienste der Stadt. Die Ankunft derselben er-höhte wiederum den gesunkenen Muth; ein mörderischer Aus-fall von 600 Bewaffneten und die Abbrechung einiger Däm-me brachten, am 2ss. August, den Königlichen nicht geringeNoth; ein Kastell ward überwältigt, viele Soldaten niederge-hauen und der Kapitän nebst seinem Lieutenant, welche hierbefehligt hatten, nach Brügge geführt, wo man sie alsbaldvor der Halle enthauptete. Die teutschen Söldner im Schlossevan Oedclcm zogen auf diesen Vorfall sich zurück, und dieVrüggcr steckten es, unmittelbar nach ihrer Entfernung, inFlammen.
Ein neuer Ausfall, welcher einige Tage spater unternom-men ward, versah die Stadt auch mit Lebensrnitteln, dochreichten diese lange nicht hin, um das an schwerem Mangelleidende Kriegsvolk sattsam zu erquicken; darum beschloß derMagistrat, den Feldhauptmann Jooris Picavct selbst mit einerAbtheilung Truppen nach Sluys zu senden, um einen Trans-port von 1S0 bcladcncn Wagen zurück nach Brügge zu gelei-ten. Es gelang dieser Versuch, jedoch nicht ohne schwereGcldopfer und ohne viele Gefahren. Man rief nunmehr auchdie Flüchtigen bei schwerer Strafe zurück; aber dieß gab zu-gleich Anlaß, daß eine Menge von Landstreichern mit in die
") Freilassen, Frilazzen, Frilizzen.