Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
114
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ihn gefangen setzten. Solch ein Frevel war in der GeschichteTcutschlauds beinahe unerhört und empörte selbst das Rechts-gcfühl des heiligen Varcrs, welcher sonst wohl die Teutschennicht liebte und seiner Stellung nach an Erniedrigung derMajestät sich erquicken mochte. Nachdem jedoch seine Bulleneben so wenig, als die Vcrmahnungcn der Fürsien und Ma-ximilians Vorstellungen über den revolutionären Wahnsinnetwas vermocht; nachdem die Räthe des Königs hart geäng-stigt, einige von Seite der Gentcr, mehrerer Sicherheit willen,nach Frankreich geschleppt, mehrere Anhänger der österreichi-schen Partei unter' der Bürgerschaft aber, nach unmensch-licher Folterung, zum Tode geführt worden, milderte sichder künstlich gesteigerte Blutdurst der Oligarchen und Dema-gogen durch die Furcht vor schwerer Ahndung des Kaisersund des Reiches, an welche nach und nach der größte Theilder niederländischen Stände, mit strenger Mißbilligung deshochvcrrätherischen Benehmens der drei flandrischen Städte,sich angeschlossen hatte. Doch erpreßten dic Brüggcr von demmilden Fürsten, welchem sie endlich die Freiheit wieder gaben,vorher noch einen Vergleich, von dem der König eben so wenigals die Gegner selbst im Ernste glauben konnten, daß er je-mals gehalten und vollzogen werden könne ").

Der Herzog Albrecht von Sachsen, zum General-S tatthalter von Flandern ernannt, zog mit Graf Engel-brecht, welcher unter ihm nun die Angelegenheiten der Nie-derlande vorzüglich wiederum leitete, nach Brabant, um Phi-lipp von Eleve, den zweideutigen und schlimmgcsinntcn Mann,welcher abwechselnd Freunde und Feinde belog und niemalseinen bcschworencn Vertrag hielt, zu Paaren zu treiben. DieHauptabsicht desselben ging noch immer dahin, sich der Persondes jungen Philipps zu bemächtigen. Allein er sah gar bald

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