Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
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Gerhard zu Jülich und Berg den Erbvcrtrag zu erneuern ^).Der mit Wilhelms Enkel, gleiches Namens, endigte derHcinsbcrgische Mannsstamm und nur Töchter waren vonSeite der Interessenten noch vorhanden; vom ersten Erwer-der der Jülich'schcn Quart: Philippine (vermahlt mit einemGrafen von Wied), Maria zu Nassau und Jakobca, welcheden Schlcycr nahm.

Nachdem Philippinc ohne Erben gestorben, wurde Marienatürlicherweise jetzt Allein-Erbin.

Niemand billiger hatte irgend einen Anstand vermuthet, wel-cher die Grafin von Nassau hindern konnte, Besitz zu ergreifen.Nichts destowenigcr fiel Herzog Gerhard von Jülich gewalt-sam über das Erbe her, welches doch ohne Rücksicht auf dasGeschlecht in sehr deutlichen Worten voransbcstimmt worden.Der lahme Kaiser Friedrich III., von dessen Habsucht alles zuhaben war, was ihn der Mühe enthob, verwickelte Fragen zuentscheiden, bestätigte die Rechtsverletzung jenes Fürsten unterden mattesten Verwanden; nur aus einer Rede von Scham-gefühl blieben die etwaigen Rechte der Frauenzimmer ausjenem Hause vorbehalten.

Allein Graf Johann von Nassau war nicht der Mann,welcher so leicht sich etwas entreißen ließ. Er schlug, mit desKaisers Gemüthsart nicht minder vertraut, großen Lärm undruhcte nicht, bis derselbe erklärt hatte, die vom Herzoge zuJülich erschlichene Belohnung mit dem Hcinsbcrg'schcn Erbesollte ihm durchaus nicht zum Nachtheile gereichen. DerKaiser, um sich aus der Sache zu ziehen, schlug den Her-zog Karl den Kühnen von Burgund als Prinzipal-Kom-missarius vor; damit war der rechte Punkt getroffen. Karl,nach Geldern schon lange lüstern, schlug darüber die Handund fertigte das Haus Jülich mit einer Rundsnmmc von80,000 Goldgnldcn ab. Die Gräfin von Nassau forderte

August t4Z7.