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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Das Truchsessen-Amt.

das zufällige Besiztum desjenigen der Truchsessen, der sichzuerst durch den Beinamen von ir unterschied und dessenStamm sich bis zum heutigen Tage erhalten hat, Wärenddie verwandten Truchsessen-Geschlechter längst abgegangensind. Auch die Schenken v. Winter st etten, welchezulezt im XVIII. Iarhundert in Brannschweig vorkommen,sollen Stammgenossen der Truchsessen oder, wenn man sosagen darf der v. Wald bürg gewesen sein.

Das Tru ch se s sen-Am t gab also dem Geschlechteseine Bedeutung und dieß darf um so sicherer behauptetwerden, als Jarhunderte lange das vorliegende Geschlechtim Volke in Schwaben und Bayern nur unter diesem Na-men bekannt war, ja dag man vor und neben allen sonst-igen Familien, welche noch denselben Amtsnamen fürten,dennoch unter den Truchsessen ausschließlich und still-schweigend nur die Truchsessen v. Waldvurg verstand.

Daß das Amt eines Truchsessen (niederdeutsch Droste»)mitEssen tragen" zusammenhänge und von solcher Ver-richtung an fürstlicher Tafel seinen Namen erhalten habe,läßt sich nicht wegdisputiren, obwol nicht gesagt sein will,daß der Truchseß nicht auch andere Nebenbeschäftigungengehabt haben könne. Selbst das Voraustragen desReichsapfels bei feierlichen Gelegenheiten ließe sich gleich-falls als ein Speisetragen erklären, denn es ist nochzweifelhaft ob dieser Reichsapfel nicht ursprünglichwirklich einen Apfel, also auch eine Speise, bedeutet habe.Das Abholen des Beefsteaks zur kaiserlichen Tafel, wie esoben S. 2ö4 bei Schilderung der Kaiserkrönung erzältworden, ist gleichfalls eine reine Küchenmeisteramtsverrichtung,und der uralte lateinische Name änpilsr (Speiseträger) fürTruchseß spricht nicht weniger deutlich. Es ist daher nicht