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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Nur der Lebende hat Recht.

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So betritt er den trügerischen Weg des Rechtes.

Er reitet nach Westfalen und belangt seinen Herzogvor dem höchsten Gericht des Reiches, vor der heiligenVeme.

Und er erhält sein Recht.

Aber nur kurze Zeit wiegt er sich in diesem Wol-gefallen.

Der edle Törringer hat vergessen, wer sein Geg-ner sei. Herzog Heinrich aber vergißt dieß keinenAugenblick.

Ihm stehen hundert Mittel zu Gebote, die jenem felen,und er benüzt sie.

Auch ein Fürst kennt den mächtigsten Trieb der mensch-lichen Natur, den der Selbst erhaltung.

Auch die heilige Veme hat zwei Zungen.

So wendet sich das Blatt, und die Rückseite zeigt unsHerrn Kaspar von Törring als eine Leiche.

Herzog Heinrich aber regiert noch zwanzig vollerJare und bleibt immer, wie die Kronisten sagen,der guteund friedliebende Fürst!"

Nachdem Herr Kaspar v. Törring zu verschiedenenMalen dem Hofe des Herzogs Heinrich nachgeritten war,seineBriefe" da und dort hatte verlesen und seine An-sprüche begründen lassen, immer erfolglos, bewirkte er mitvielen niederländischen Edelleuten einen Ritte rbund, dessenausgesprochener Zweck dahin lautete: sich zu helfen, bei irenRechten, Freiheiten und Gewonheiten zu verbleiben, ireStreitigkeiten und Ansprüche durch den gewälten Hauptmannvertreten und durch ein Schiedsgericht aus den Männerndes Bundes entscheiden zu lassen, auch sich gegenseitig bei-zustehen.

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