Vorwort zum ersten Bande.
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Proselhten machen oder gar die brodlose Rolle eines Welt-verbesserers spielen zu wollen. Der Leser wird also meineVerwunderung begreifen, wenn ich ihm berichte, daß dieseEinleitung wie ein Meerwunder besprochen und ir ein Sinnund eine Bedeutung unterlegt wurde, von der ich fern war.
Wenn daher ein schweizer Rezensent, Wier, meint,die sämmllichen Herren Staatshämorrhoidarien und Reichs-räte würden mich ire Rache fülen lassen, so habe ich vielZu hohen Begriff und Achtung vor der Ruheliebe und demGeiste dieser Herren, als daß ich eine solche Vergeltungerwarten könnte, und wenu ein Frankfurter Rezensent meint,es sei wol erenwerter, daß ich nicht wie Varnhagen dieWarheit meinen zu hinterlassenden Papieren anvertraute,sondern sie bei meinen Lebzeiten offen schreibe, dafür würdemich aber die hochwürdige Geistlichkeit demnächst epkommu-niziren, — so hoffe ich zu Gott, derselbe möge sich ge-taüscht haben und bitte ihn, mir meine Ueberzeugung zulassen, daß die gegenwärtig etwas Besseres zu tun habe,als Antiquarioö zu exkommuniziren.
Den eigentlichen Webt des „Adelichen Antiquarius"lege ich und legt gewiß jeder Kenner der Geschichte auf diehistorische Beschreibung der Familien, von denen im erstenBande diejenigen 36 enthalten sind, welche den großenAdel des Königreichs Bayern zur Stunde bilden. DerAusdruck „großer Adel" möchte Manchem neu und un-gewollt sein. Ich habe ihn aber gewält, weil ich ihn fürden bezeichnendsten halte. Allerdings gehören viele der inunserer Reichsratskammer erblich vertretenen Geschlechterdem sogenannten hohen Adel an, d. h. denjenigen Haüsern,welchen vor Auflösung des römisch-deutschen Reiches dieSouverainität und Reichsunmittelbarkeit direkte (nicht als