Vorwort zum ersten Bande.
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Wo Mars einhertritt, flüchten sich die Musen. Dieserschon zu Virgils Zeiten ausgesprochene Erfarungssaz hatsich auch in unseren Tagen wieder bewarheitet, denn vonallen Zweigen menschlicher Geistestätigkeit hat wol keinerwer durch diesen Krieg gelitten, als Wissenschaft und Kunst,und ich brauche zum Beweise dessen mich nicht auf dieallgemeine Ersarung zu berufen, sondern kann hier meinenLesern gegenüber zwei ganz spezielle Tatsachen auffüren,die genügen werden, die kürzlich vergangene Zeit auch indieser Richtung zu karakterisiren. Wir waren in Münchenund fast in ganz Süddeutschland nahezu zwei Monate,wärend welcher der famose Krieg in unseren Marken wütete,von dem Zeutralpunkt des deutschen Buchhandels, vonLeipzig, und dieses von uns abgeschlossen und der wissen-schaftliche Verker Deutschlands war nahezu am Erlöschen.Aber nicht nur diese Ader des höeren Lebens Deutschlandswar unterbunden, sondern der Bedarf nach geistiger Narungselbst schien dem Sinne der Deutschen entwichen zu sein,denn nie habe ich die Säle unserer öffentlichen Staats-Bibliothek in München, welche sonst täglich von Wißbegie-rigen jedes Alters, Standes und jeder Nation gefüllt sind,so leer und verödet gesehen, als eben Wärend der leztcnMonate des Krieges. Diese beiden Beispiele mögen demLeser späterer Zeiten als sprechender Commentar zu deinoben angesürten Saze dienen: Wo Mars einhertritt, flüchtensich die Musen.
Verlassen wir nun die Schilderung dieser bösen Tage,die der Leser nach Belieben nur als die Expektoration einesverlezten Gemütes oder als richtiges Spiegelbild unsererjammervollen Zeit betrachten mag — in beiden Fällen kannir ein innerer Zusammenhang mit dem „Antiqnarius", der