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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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246 Was war Wallcnstein's Schuld ?

in diesem Betreff ist eine Verrätereides Generalissimusnicht erwiesen.

Daß Wallenstein sich seiner Macht bewußt war, daskann doch unmöglich Tadel verdienen, man müßte sonst einenMann zugleich für ein Genie und einen Schwachkopf haltensollen; daß Wallenstein aber diese Macht mißbrauchthabe, das bleibt bis auf Weiteres unerwiesen.

Stolz allerdings klingt der Titel des Generalissimus,den er in Urkunden, seit 1629, seinen Wefelen vorsezt:

,,Alb recht von Gottes Gnaden Herzog zu Mecklen-burg, Friedland und Sag an, Fürst zu Minden,Graf zu Schwerin, Herr der Lande Rostock undStargardt, Römisch-Kaiserlicher Majestät General-Obrister-Feldhauptmann, wie auch des oceanischen undbaltischen Meeres General"aber hatte nicht der Kaiser ihm diese Länder, diese Titelgegeben? Stolz hört sich's an, wenn man berichtet, daßder „Herzog von Mecklenburg und Friedland" auf seinerResidenz Gitschin sich einen Hofstaat mit allen Aemtern,mit 24 Kämmerern und 60 Edelknaben gehalten habe, —aber war er denn nicht Herzog und machte er's als solcherschlimmer als andere?

Nemen wir alle diese Tatsachen zusammen, so warWallcnstein's größte Schuld keine andere, als die, daß ermächtig und dcßhalb zu fürchten war.

Wallcnstein's Größe und Ferdinand's Neid konntennicht lange nebeneinander bestehen und deßhalb mußteWallenstein fallen. Sein Untergang wäre also nach denHerkömmlichkeiten im Hause Habsburg nicht überraschendgewesen, nur die treulose, henkermäßige Art, mit der er