Druckschrift 
Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

70

Erasmus von Deroy.

ff'

l M

Franz I. in den Reichsadelsstand erhobein Dessen SonErasmus hat das Geschlecht illustrirt. Er war daher. Ge-neral, fiel 1812 am 18. August auf dem Zug nach Rußlandbei Polozk und starb am 23. Vor wenigen Jaren wurdeihm ein Erzstandbild in der Maximiliansstraße zu Münchengesezt, das außer seiner sonderbaren Auffassung (der Generalkommandirt zu Fuß im Mantel one Hut und hält denDegen in der Rechten gesenkt) noch ein Warzeichen mitsich auf die Welt brachte, nemlich die Kleinigkeit, daß dieSporen oerkert, d. h. der rechte am linken Fuße, angeschnalltwaren — einem nichtreitenden Künstler wie Professor Halbigkann so etwas Passiren. — Dieser Feler wurde zuerst voneinem Sachverständigen, einem sog. Hofstaller entdeckt unddie Entdeckung schien Vielen in der Residenzstadt so bemer-kenswert, daß der Feler, wie man hörte, nachträglich ver-bessert werden mußte.

Von der höchsten Wichtigkeit für die Familie war dieGnade Kaisers Napoleon I., welcher dd. Paris 27. Aug.1812 den bayerischen General Deroy zum französischenGrafen des Reichs (eoints cls I'siwpwriz) erhob mit einerjärlichen Rente von 30,000 Francs (übertragbar auf denjedesmaligen Erstgebornen). Derlei splendide Diplome sindleider in Bayern nie recht in Schwung gekommen und wüßteder Antiguarius (die früer üblich gewesene Versorgung kur-fürstlicher Maitressen und Schwiegersöne durch Titel undGelder abgerechnet) im Augenblick kein Beispiel anzufüren,als das bayerische Fürsten-Diplom des Feldmarschalls Wrede,von welchem weiter unten die Rede sein wird.

Wie aus dem Vergleich der Daten ersichtlich, kam dienapoleonische Gnade zwar für Erasmus von Deroy zuspät, aber dessen ältestem Sone Franz zu gute, der sich