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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 1 (1867) Der große Adel
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Warheit und Erlichkeit. 67

sich geltend machen darf, so ist dieß hier der Fall, wo dieForschungen und ire Darlegungen ein entschiedenes Strebennach Warheit, gleichfern von Schmeichelei oder Parteilichkeit,bedingen.

Ein unabhängiges und erliches Darlegen dieser gefun-denen Warheit, soweit eine solche dem irrenden Menschenerreichbar ist, ziemt demjenigen, der über den Adel und seineGeschichte sprechen und schreiben will, und wenn die Warheitauch nie gerne gehört wird, so wird sie doch lieber aus demMunde und der Feder eines Mannes vernommen werden,von dem die Präsumtion ist, daß er ein Interesse an demStande habe und daß er mit den Mängeln nicht das Gutezugleich über Bord werfen werde.

Wenn der Antiquarius zum Schlüsse dieser Abschweif-ung von dem Hauptstoffe noch erwänt, daß an seinem eige-nen Gewissen Wärend einer 20järigen Autorschaft in Gene-alogie und Heraldik die mannigfaltigsten, verschiedensten,mitunter (wenn es erlaubt ist in solchem Falle den Aus-druck zu gebrauchen) delikatesten Versuche gemacht wordenseien, dasselbe zur Anname irgend einer speziellen „Familien-Ansicht" zu überreden, so sagt er dieß nicht, um sich es alsVerdienst anzurechnen, daß er diesen Versuchungen tapferwiderstanden, sondern als Beleg dafür, daß wol die Eitel-keit und der falsche Stolz vieler Adelsfamilien auch zu sol-chen Mitteln greifen, um die Illustration irer Geschichte,sei es auch auf Kosten des erlichen Namens eines Dritten,durchzusezen. Wäre von meiner Seite dem beliebten Grund-saze: „nruircins vnlt cl<zoip>i, sr^o 6.soip>intrir" gehuldigtworden, so würden in meinen Werken vielleicht dieselben odernoch schönere Fantasiestückc zu lesen sein als in den meistenandern Adelswerken. Aber, wenn auch Geld, Leben

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