Die heutigen Arco-Valley. öl
in wenigen Minuten verschied. In unglaublicher Raschheitverbreitete sich das Gerücht, der Kurfürst von Bayern seierschossen worden, durch's Land, und in der Burg zu Wienwar darüber kein geringer Jubel — man glaubt ja sogerne, was man wünscht.
Die Nachkommen des Grafen Emannel scheinen inBayern Fuß gewonnen zu haben, doch kamen sie erst gegendie Mitte des vorigen Jarhunderts zu Grundbesiz, warschein-lich auch durch Heirat, wie die meisten angehenden Geschlech-ter. Graf Zech von Lobming fürt 1772 in seiner „Anzeigeder in Bayern begüterten Cavaliers" die Grafen Arco mitden Gütern: Oberkollnbach (welches das bedeutendste war),dann Au, Bram und Nießlbram, Penzing, Bogenhausen undUnholzing auf. — Daß sie heutzutage außer Köllnbach nocheinen dieser Edelmannssize innehaben, ist ser zu bezweifeln;dagegen bestzen sie jezt die weit bedeutenderen tattenbach'-schen Güter, von denen am Eingange bereits die Rede war,worin sie sich mit Gottes Hilfe erhalten mögen bis inferne Zeiten.
Um auch etwas näer Bezeichnendes über die jezt leben-den Glieder der Familie beizubringen (was mer für dieauswärtigen Leser und unsere Nachkommen von Interessesein dürfte), so bemerkt hier der Antiquarius, daß der gegen-wärtige Senior und Reichsrat Maximilian Graf vonArco-Valley, mit einer Marchesa Marescalcha vermält,unter acht Kindern sechs Söne erworben habe, von derenältestem er bereits Großvaterfreuden erlebte. Ein Aus-sterben der Arco-Valley ist also vorderhand nicht zu be-fürchten. Das järliche Einkommen des Reichsrats wird auf120,000 Gulden geschäzt, wenn es höer ist, desto besserfür ihn! Ausserdem gilt Hr. Reichsrat als das Haupt der
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