50
NnangencmeS Mißverständlich.
Warscheinlich sind die Arco auch bei dieser Gelegen-heit mit eimnarschirt, vielleicht aber um eine Generationspäter; der Antiguarius will nichts behaupten, was er nicht.u beweisen im Stande wäre. Sicher kommen unter MaxEmanuel zwei Arco's in bayerischen Diensten vor, vondenen der eine, wie es scheint ältere, Ferdinand Graf vonArco als Kammerherr und Obrist, der andere, Emanuel,als wirklicher Obrist des Regiments Kurprinz erscheint.Der Erstere, Ferdinand, hatte die Ere, die abgedankte Mai-tresse des Kurfürsten, Franziska von Louchier zur GräfinArco zu machen. Sie starb zu Paris i. I. 1717. Das KindEmanuel bekam den Titel: Eointe ä<z Luvil-ro (st 1747)als franz. General. Ueber diese Heirat bemerkt die HerzoginCharlottev. Orleans, eine kurpfälz. Prinzessin und Schreiberineiner Menge von interessanten Briefen über die Verhältnisse amHofe in Frankreich und andern Höfen, daß es ir „gar doll"vorkomme, daß der Herr Graf sich mit einem Eide ver-pflichtet habe, mit seiner Frau nie allein zu sein!Etwa 12 Jare später hatte derselbe Ferdinand Arco dieEre, aus Mißverständniß statt seines durchlauchtigen Herrnerschossen zu werden. Als nemlich i. I. 1703 das vonMax Emanuel schnell eroberte Tirol wieder eben so schnellverlassen werden mußte, lauerte das tirolische Bauernvolkden Bayern hinter allen Büschen ans. Ein solcher Bauerwar es, der von seinem Verstecke aus an der Martinswandbei Zirl dem Kurfürsten, welcher auf seinem Rückzüge mitseinem Stabe dort vorüber mußte, aufpaßte. Zufälligritt der Graf Ferdinand v. Arco einige Schritte voraus(nicht an der Seite Max Emanuels, wie man gewönlichliest), und da er einen prächtigen Rock trug, schoß ihn derBauer mit gutgezielter Kugel vom Pferde, worauf der Graf