10 Vorwort zur ersten Ausgabe des ersten Bandes.
in dem Strome jener bewegten Zeit, der Leser wird denedlen Grafen Joachim v. Ortenburg inmitten des gei-stigen Kampfes erblicken, der, sich um Reformation undGegenreformation drehend, eine interessante Periode derbayerischen Kulturgeschichte aus dem XVI. Jahrhundert um-schließt. Es ist also begreiflich, daß der Leser in der Schil-derung vergangener Zeiten auch vielen längst abgestorbenenGeschlechtern begegnen wird, welche gelegentlich auch wiederje nach irer Bedeutung beschrieben worden sind, was denpraktischen Wert des Buches nur erhöen kann. Es ist inWarheit viel Stoff zum Denken und zum Lesen in diesemersten Bande enthalten (das Register wird hierüber diebeste Andeutung gewärcn) und ich habe Wärend der Arbeitnur immer das eine empfunden, daß es zu den größerenSchwierigkeiten gehöre, in den Grenzen eines so kleinenRamens und Raumes sich mit der Notwendigkeit des zuSagenden und des zu Verschweigenden abzufinden. Immer-hin bin ich sicher, daß derjenige, welcher über den bayeri-schen Adel etwas Ansfürlicheres und Sicheres, etwas anderesals waS in den gcwönlichen Adels-Lexizis zu lesen ist,finden will, den „Adclichen Antiquariuö" nicht entberenkönnen wird.
Haus Hefner zu München am 24. Oktober lökli.
Otto ?itan von Hokner.