dritten aber, Bonifaz genannt, verhielt eö sichnicht so, und e6 bliebe auch ein Wunder, hättenalle Kinder eines mannhaften Raubedelmannssich in den heiligen Mauern so heilig aufgeführt,wie es nur den Nürnvergern beliebte-
Fünf Jahre mochte Bonifaz etwa im Ka-puzinergewand verlebt haben, und fünfundzwan-zig Jahre alt seyn, als er einst die Beichte ei-ner Schneiderstochter hören mußte. Sie nanntesich Brigitta, zahlte kaum achtzehn Jahre, aufden Wangen floß ihr Milch und Abendreth, mitkleinen Vulkanen ließen die Augen sich verglei-chen, wie sie Feuer auswarfen; daß eö aber imBusen des Mägdleins nicht kalt sei, ergabelt di-eGeständnisse, von denen freilich Niemand als derzunge Mönch etwas erfuhr. Die Schneiderstoch-ter beichtete ihm nehmlich: daß, seit Jahr undTag, unerhörte Anfechtungen des Teufels sie be-stürmten.
In vieler Unruhe, in ängstlichen und dochnicht peinlichen Wallungen des Geblüts, in hei-ßem Verlangen und Sehnen — wonach, wissesie'denn selbst nicht, in Vorstellungen, die sichihr je mehr aufdrängten, je mehr sie ihnen zuentfliehn suchte, in Traumen endlich, über diesie beim Erwachen, ' quälenden Verdruß, tiefe