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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
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Ein Brief Friedrich Thiersch's,

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Ost demonstrirte mir mein seliger Vater deßhalb, daß derPatriotismus ein undankbares Geschäft sei — ich wollte esnicht glauben, bis ich als Mann zulezt die Warheit diesesväterlichen Ausspruches nur zu gut einsehen lernen mußte.

„Sie haben", schrieb ihm Thiersch am 4. Februar 1853auf seine Bitte, ihm den Hofratstitel zu verschaffen, „Siehaben sich leider seit einer Reihe von 12 Jahren überzeugenmüssen, daß alle für Sie beantragten Anerkennungs-zeichen für Ihre un ermüdeten Dienste ganz ohneErfolg geblieben sind. Meine Ueberzeugung ist durchdiese lange und unerfreuliche Erfarung so fest geworden, daßich gar keine Aussicht habe, auch beim dringendsten BewerbenIhren Wunsch in Erfüllung gehen zu sehen. Doch soll michdas nicht abhalten an gehörigem Orte die nöthigen Anfragenund Vorstellungen zu machen." — Klingt dieß nicht ser er-mutigend für einen Bayern, der seine besten Kräfte, sein Stre-ben und Leben dem Vaterlande geopfert hat?! Aber noch mer:29 Jare verwaltete mein Vater die Stelle eines Ad-junkten des Hofrates v. Thiersch am Antiguariumin München unentgeltlich, ordnete mit einem musterhaftenFleiße die Sammlungen des Staates; hundertmale erhielt ervon Thiersch die Versicherung, daß Niemand anderer als er,mein Vater, sein Nachfolger als Conservator dieser Brancheder öffentlichen Sammlungen sein werde, aber als Thierschwirklich mit Tod abgegangen war, seztc der Minister v. Zwehleinen jüngeren Mann an dessen Stelle und weder dieser nochder Minister kümmerten sich um die Entrüstung, welche einesolche Zurücksezung eines älteren hochverdienten Mannes unterallen Anständigen hervorrief. Da unternam es der Abge-ordnete vr. Nuland in der Kammer bei Beratung desBudgets die Verdienste meines Vaters dem hohen Hause vor-