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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
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Eine Frage an Sokrates.

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mit den Wappenbriefserwerbern ermitteln können. MeinRecherchiren war jedoch bis ckaw one Erfolg.

Als anno 185ö die Hellseherin Maria Kalhammerdahier slorirtc, kam mein sel. Vater, der durch einen Polizei-beamten dort eingefürt worden war, eines Tages zu mir underzalte mir unbegreifliche Dinge, die er von dieser Kaihammergehört, wies mir auch einige irer Antworten, welche er auf-geschrieben hatte.

Maria Kalhammer war von Hans aus ein armes Bauern-mädchen ans Gunzing, Ger. Vilshofen, und irer Hantirungnach Magd bei dem Gntsbesizer Zt. Friedrich, dessen Milch-austrägerin sie nebenbei machte. Zu iren freien Stunden er-barmte sich irer der Geist des verstorbenen PhilosophenSokrates, der durch sie als Medium seine Orakelsprüchegab, d. h. Antworten ans die Fragen, welche durch Anwesendemündlich an die Jungfrau Maria gerichtet waren. Als ichspäter einmal mit meinem Vater einer solchen philosophischenGeister-Unterhaltung beiwonte, fand ich dort merere Herren,

darunter einen pensionirtcn Gensdarmeriehauptmann N nn,

einen Polizeikommissär Sch r, einen Geistlichen, und

einen Uuiversitäts-Professor B tz um einen Tisch stzend,

ernstlich und eifrig die sokratischen Antworten niederschreibend,welche sie auf ire vorher sein und verfänglich ausstudirtenAufragen erhalten hatten. Die Orakelsprüche erfolgten schrift-lich, indem Maria, am obern Ende des Tisches sizend, mit-telst eines Griffels auf eine immens große Schiefertafel mitebenso immensen Buchstaben, welche mitunter durch ellenlange„Farer" (von wirklichen oder affectirten Zuckungen verursacht)getrennt waren, das ir von Sokrates Diktirte niederschrieb,das Geschriebene, für andere Menschenkinder fast unleserlicheZeug, alsbald vorlas und dann abwischte. Mitunter erfolgten