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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
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unter Ferdinand Maria.

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welchem er durch 49 Punkte erläuterte, was für Mißbrauchebei dem Hofpcrsonal eingerissen seien und wie dasselbe denKurfürsten um's Geld bringe. So wies er u. a. nach, daßgegenwärtig (1669) am Hofe mer Orangen verzert würden,als unter dem Kurfürsten Mar gemeine Aepfel, daß man merWachslichter verrechnet finde, als sonst Unslittkerzen u. s. f.,daß überhaupt eine gewissenlose Wirtschaft und sinnlose Ver-schwendung in dem Hofpersonal Plaz gegriffen habe.

Wenn der Leser sich (aus Bd. I. 49 d. B.) erinnernwill, daß die Gemalin Ferdinand Maria's, die Prin-zessin Adelheid von Savoyen, einen Schwärm italienischerEdelleute und Dienerschaft mit sich nach Bayern gebracht habe,so wird ihn die von Mandl gemachte Entdeckung nicht beson-ders wundern — vielleicht wird es ihn ebensowenig wundern,wenn er erfärt, daß das vertrauliche I'romomoiia des Kam-merpräsidenten ihm die ganze Schaar der Betroffenen aufden Nacken brachte, und — daß der durch mer als 99 Jaretreu erprobte Mann Plözlich und unerwartet am 29. März 1662seine ungnädigste Entlassung erhielt.

Vier Jare darauf wagte Mandl, dem diese unverdienteKränkung fast „das Herz abdruckt", den Kurfürsten zu bitten,er möge ihm, dem 77järigen, „langwierigen, treuen und müh-seligen Diener" wieder den Titel „geheimer Rat" vergönnen,„der liebe Gott wird es E. kurfstl. Durchlaucht und derogeliebtester Posterität segnen". Auf dieß in rürenden Aus-drücken der Anhänglichkeit abgefaßte Gesuch erfolgte gar keineAntwort, sondern es erhielt von der Hand des Kurfürstendas kurze Signal: „ack registraturum, 4. Februars 1666.F. M. wppia." — Dieß brachte den Greis zum Wanken undwenige Monate später sank er ins Grab — als wiederholte

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