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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
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Grafen von Neukolberg,

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mer den Reiz hatte, der die Tochter des allmächtigen Kanz-lers umschwebte!

Er, der Kanzler, der gestern noch von aller Welt glück-lich gepriesen, beneidet und gefürchtet war, er mußte heuteden Spott seiner Neider ertragen. Am 27. März 1502wurde der Reichsgraf von Neukolberg auf Befel seinesHerzogs — für dessen Wol er wärend 38 Jaren gearbeitethatte — gefangen genommen und in den Turm nach Burg-hausen gefürt, wo er lange Jare bewacht wurde, one daßihm auch nur die Ursache seiner Haft kund gegeben ward.So lange Herzog Georg lebte, erhielt der Gefangene nocherträgliche Kost und Behandlung, durfte sogar in die Kircheund in ein Bad gehen. Als der Herzog gestorben und derpfälzische Erbfolgekrieg ausgebrochen war, fürte man den Ge-fangenen — der, um seine Befreiung zu erwirken, in Alles,auch den Verzicht auf alle Aemter, Würden und Güter, ge-willigt hatte — nach Neuburg und legte ihn „in einen flü-stern, stinkenden Kerker", gab ihm „die grobe Kost des Ge-sindes, welche man manches Tages auch ganz vergessen". Nochdreizen lange Jare schmachtete der alte Mann im Gefängnissezu Neuburg, in welchem er i. I. 1517 eine glänzende Ver-teidigungsschrift aller seiner Handlungen verfaßte. Diese Schriftendlich verschaffte ihm nach 2 Jaren und 17järiger Gefangen-schaft die Freiheit, d. h. die Erlaubniß, seine übrigen Lebens-tage innerhalb der Mauern der Stadt Neuburg hinzu-bringen.

Als der Kanzler das Gefängniß verließ und wieder andas Tageslicht trat, war er ein alter, schwacher, abgehärmterMann von 75 Jaren! Niemand hat es der Müe wert ge-halten, sein Todesjar zu verzeichnen, nur ein Cronist meldet,daß der hochverdiente Kanzler, der erste und lezte Graf