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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
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Der Turnieradcl.

zielen der Antiguarius will, ehe er den Vorhang über diesemBilde fallen läßt, zur Beruhigung nur noch das beifügen, daßauch in dieser Gesellschaft alle Titel des Adels vertretenseien, d.h. Fürsten, Grasen, Freiherrn, Ritter und Edle.

2. Es erübrigt noch, die Begriffe einiger besondererGattungen das Adels festzustellen, von denen in diesem Buchegelegentlich auch ausfürlicher die Rede sein wird, nemlich dieBegriffe von Turnier-, Stifts-, Patriziats-, Beamten-, Soldaten-,Hof- und Bastard-Adel.

Tnrnieradcl ist im weiteren Sinne die Gesammtheitderjenigen Adelsgcschlechter, welche die vom Ende des Xlll.bis zum Ende des XV. Jarhunderts in Deutschland stattge-habten Ritterspiele Turniere genannt besucht haben,im engeren Sinne gehören dazu diejenigen Familien, von denenGlieder nachweislich auf den leztcn 6 Turnieren, welcheReich stur niere genannt werden und in den Jaren 1479bis 1487 stattfanden, geritten sind.

Da das erste erweisliche Turnier im weiteren Sinne1284 zu Regcnsburg, das lezte sowol im weiteren alsengeren Sinne aber 1487 stattfand, so ist es im Ganzen einZeitraum von 233 Jaren, innerhalb dessen von einem Tur-nieradel die Rede sein kann. Wol haben noch hundert undmer Jare später da und dort an Fürstenhöfen die Gelegen-heit von Taufen, Hochzeiten und anderen Festlichkeiten soge-nannte Turniere, Rennen und Stechen statttgcfundcn, an denensich einzelne Edelleute, meist vom Hofadel beteiligten, alleindiese Herren und ire Familien, sind deßhalb doch nicht Turnier-adel geworden, sowenig als jene, welche Rirner in seinem fabu-lösen Tnrnicrbuch vor dem Jare 1284 einschmuggeln wollte.

Da derAntiquarius"^üb^ Turnier-Gewonheiten und