Aller der Familien.
quariuö" ist oftmals bei seinen Studien zu dem Ergebnissegekommen, daß die Geschichte so mancher adeligen Familiealle Leren, alle guten und üblen Erfarnngen in sich schließe,die man sonst nur auö der Weltgeschichte im Großen undGanzen zu zieen gewönt ist.
Klein und unbedeutend, öfters fabelhaft, wie die Geschichteder Völker beginnt auch die der Geschlechter. Wie dort ein-zelne Bauwerke oder einzelne Stellen aus den Heldengedichte»und ReligivnSbüchern uns den ersten Anhalt zum Nachweiseder historischen Enste»; eines Bvlkes geben, so finden wirauch hier in alten Briefen der Klöster und Städte, wie ineinzelnen, vielleicht sonst unbeachteten Denkmälern die erstenSpuren adelichen Namens und Stammes.
Die Tradition spielt dann die ergänzende Rolle, sie fülltsie Lücken, sie ist nicht selten die poetische, öfters aber dieschwächere Seite in der Chronik eines Volkes, wie eines ein-zelnen Geschlechts, denn „alt zu scheinen", sagt Sencca, „scheintden Meisten beneidenswerter, als alt zu sein."
Selten begnügt sich jedoch eine alte Familie mit iremwirklichen, urkundlich erweislichen, Alterz in der Regel willsie n o ch älter sein, und so haben denn nicht nur des alten RomsPatrizier unserem deutschen Adel zuweilen die AnHerrn liesernmüssen, sondern man ist gelegentlich auch noch weiter bis in dieZeiten des alten Testamentes zurückgegangen, um Anknü-pfungspunkte und AnHerrn zu finden.
In lczterer Bezieung wären einige unserer neueren Adels-Familicn in Bayern in der günstigsten Lage und im Standeire Filiation unstreitig bis auf den Erzvater Jakob oder dgl.zurückzufüren, aber merkwürdigerweise scheint es, als ob geradediese ans ire Abstammung ans dem alten Testamente denmindesten Wert legten.
Betrachten wir die Familien unseres Adels zuerst in