XVI
Vorwort
Standesherrn ansäßig sind, zu 36 Familien des Hoch-adels gelangt, so gibt er sich mit einer derartigen Behaup-tung Blößen, die einen bedauerlichen Mangel an juristischen,historischen und logischen Vorkenntnissen bekunden. Die Re-sultate seines mit telegrafischer Geschwindigkeit durch dieIMSeiten des Buches unternommenen Plüuderungszuges gibtRezensent ans circa sieben Spalten. Es würde diese Be-zeichnung hinlänglich genügen, um den Wert einer solchenKritik zu karakterisiren, hätte es nicht dem Rezensenten nebenbeibeliebt, da und dort seine eigenen Ideen in den Kauf zugeben, dieß aber in einer Weise, daß der Leser glaubenmochte, es sei alles das Erwänte ein mer oder minder wört-licher Extract aus dem Buche. So darf es uns kaummer wundern, daß das dem „Antiquarius" zu Grunde lie-gende sittliche Motiv negligirt und der „Extrakt" einer Jagdnach Anekdoten ser änlich geworden ist, wobei sich wolvermuten läßt, mau habe uylieb das Material zu einer„Ollronic^ns scmnciaieuse des bayerischen Hochadels" ver-mißt.
Geradezu uugentil sind die Maßnamen aber, derensich Rezensent bedient, um den Leser glauben zu machen, derAntiquarius neme in Religionssachen einen Parteistandpunktein, ja er sei ein enragirter Protestant. — Unter andermgenirt sich Rezensent nicht, den verstorbenen Grafen Gicchals „unverdrossenen Vorkämpfer der Rechte der Protestantenunter dem Ministerium Abel", den Grafen Pappenheimaber als „grimmigsten Dränger des Protestantismus", als„Henker" der oberösterreichischen Bauern und als „wahrenUrheber des Magdeburger BraudeS" aufzufüren. Von all'diesem stet kein Wort im Antiquarius und doch soller den Schild abgeben, damit ein Rezensent seiner beschränkten