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Vorwort
wie das Schlimme gerecht und billig zu würdigen, undunbeirrt von äußeren Eiuflüßen die Warheit, und die ganzeWarheit zu erforschen und auszusprechen, (wozu denndoch manchmal etwas mer Wissenschaft und moralischer Mutgehören möchten, als manche der Rezensenten und die mei-sten der Leser zu glauben scheinen) — wenn also je einBuch auf kritischer Unterlage ein männliches Urteil kund-gab, so war dieß sicher der „Bayerische Antiquarius." —
Daß bei historisch-genealogischen Forschungen troz allesangewandten Fleißes und aller Kritik Irrtümer möglich,ja selbst warscheinlich seien, widerstreitet am wenigsten der-jenige, der Gelegenheit gehabt hat sich mit sotanen Dingenzu beschäftigen. Die wirklichen Kenner der Adels-Wissenschaften — und deren sind in Deutschland gar we-nige! — werden aber eben darum den Wert des Gege-benen um so mer würdigen, als gerade inen bekannt seinmuß, mit welcher ängstlichen Sorgfalt die meisten unsererFamilien des großen Adels das misteriöse Dunkel über ireHerkunft aufrecht zu halten, mit welchen Mitteln sie dasEindringen in den Dachsbau irer Hausgeschichten zu ver-waren suchen.
Es konnte und mußte also die Aufgabe eines wirk-lichen Rezensenten des „Bayerischen Antiquarius" nurdie sein, den Leser über den Wert oder Unwert der darinenthaltenen historischen Angaben und Entwicklungen zu be-richten, Irriges zu widerlegen und durch Besseres zuersezen.
Ich gebe gern zu, daß eine solche Kritik ire Schwierig-keiten und noch mer ire „Bedenken" habe, denn das Zu-gestehen oder Bestreiten eines Sazes ist oft unlieb-samer in seinen Folgen als der nackte Saz selbst; man konnte