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Hochverräter an Kaiser und Reich, und daß das Urthei!erst nach vollzogener Sentenz öffentlich zu machen sey.Lobkowiz erhob sich gegen dieses Verfahren ans das kräf-tigste, und entwickelte alle Nachtheile, welche sowohl inden Augen der öffentlichen Meinung, als hinsichtlich derpolitischen Folgen aus solchem Mißbrauch des Völkerrechtshervorgehen möchten; allein vergebens : er sah sich über-stimmt, und unterschrieb, um nicht seine eigene Personden schlimmsten Deutungen auszusetzen, zögernd und un-willig, gleich den Andern.
Die Camarilla hatte den strengsten Befehl, über den In-halt der Sitzung zu schweigen; aber noch am gleichen Tageerfuhr der pabstliche Nuntius am wiener Hof das ganzeGeheimnis. Hatte dieser Prälat, Monsignore Albcrgati,schon gleich nach erhaltener Nachricht über den Vorfallvon Köln gemessene Befehle vom heiligen Stuhl erhalten,für die Freiheit Wilhelm Egons, als eines Bischofs undeines Ministers eines Erzbischofs, nachdrücklich sich zuverwenden, so ward iwch mehr in dem gegenwärtigenAugenblick alles durch ihn in Bewegung gesetzt, damitdas Schreckliche verhütet werden möge. Er fodcrte drin-gend bei dem Kaiser eine Audienz, und erhielt sie. Inderselben theilte er Leopolden mit, daß, was wegen desPrinzen Wilhelm Egon beschlossen worden, für ihn keinGchcimniß sey, daß er jedoch ihn, den Kaiser, mit demganzen Zorn des heiligen Stuhles bedrohen müsse, fallsman es wagen sollte, das Urthcil zu vollziehen und aneine geistliche Person, deren alleiniger Richter der Pabstsey, Hand zu legen.
Leopold war durch diese Entdeckung, so wie durch dieSprache des Nuntius außerordentlich überrascht, undverlangte beharrlich zu wissen, wer Sr. Eminenz einesolche Nachricht hintcrbracht. Allein der kluge Prälat wich